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„Soll doch der MVV zahlen“: Gemeinderäte kritisieren teure Bushaltestellen

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Von: Bert Brosch

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Zieht um: Diese Bushaltestelle an der Bodmerstraße wird für die neue Busline 262 ein paar Hundert Meter weiter nach Osten zum Edeka-Markt verlegt. © Bert Brosch

Eine neue Buslinie führt ab Dezember durch Feldkirchen. Die Gemeinde muss deswegen zwei neue Haltestellen bauen - für insgesamt 153.000 Euro. Das schmeckt nicht allen Gemeinderäten.

Feldkirchen – Ab Dezember wird die neue Buslinie 262 von Finsing (Kreis Erding) zur Messestadt Ost in München verkehren. Die Route führt durch Feldkirchen, dort wird es auf der Hohenlinder Straße künftig zwei Haltestellen geben, die die Gemeinde für geschätzt 153 000 Euro neubauen muss.

Im Januar hatte der Münchner Verkehrsverbund (MVV) die Gemeinde über die neue Buslinie und die zwei erforderlichen Haltestellen informiert. Um deren Standorte festzulegen gab es Ende Februar einen Ortstermin, an dem neben Gemeindevertretern die Polizei, das Staatlichen Bauamt Freising, das Landratsamt München sowie der MVV beteiligt waren.

Wie Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) in der Sitzung bekanntgab, soll eine kurz vor der Kreuzung der Hohenlinder Straße/M 1 eingerichtet werden, auf Höhe des Trachtengeschäftes Moser. Der zweite Haltepunkt wird beim Brauereiweg, auf Höhe des Edeka-Marktes errichtet. „Dafür entfällt die jetzige Haltestelle nahe der Bodmerstraße“, sagte van der Weck. Dieser neue Halt habe ein großes Einzugsgebiet und sei daher an dieser Stelle sinnvoller als am bestehenden Standort. Beide neuen Bushaltestellen sollen zudem mit einem sogenannten „Buskap“, einer Art Einstiegsinsel, auf einer Länge von 20 Metern barrierefrei errichtet werden. Kostenpunkt für beide Haltestellen: schätzungsweise 153 000 Euro.

Herbert Vanvolsem (CSU) lehnt die neuen Haltepunkte zwar nicht prinzipiell ab, erinnerte aber an die zahlreichen Anträge der Gemeinde an den MVV: für die Verlegung von Haltestellen, für kleinere Bussen oder eine andere Wegeführung zum Bahnhof. „Wenn wir was vom MVV wollen, heißt es immer: Geht nicht“, monierte er und forderte: „Jetzt wollen wir auch mal etwas von denen und nicht wieder nur liefern“, forderte Vanvolsem.

Deutlicher wurde Michael Schön (UWV). Er wollte der Planung nicht zustimmen. „Wenn Finsing eine Buslinie zur Messe möchte, dann sollen sie die auch bezahlen oder der MVV – und nicht wir“, polterte Schön. Außerdem würden jetzt schon viele Busse tagsüber halbleer durch Feldkirchen fahren, Die der Linie 262, „werden dann die nächsten sein“.

Sein Fraktionskollege Thomas Zimmermann betonte, dass es im Gemeinderat einen Beschluss gebe, dass diese Linie von Finsing nach Riem über die M1 außen herum und nicht durch Feldkirchen fahren soll. „Das ist wieder ein klarer Beschluss, an den wir uns nicht halten.“

Letztlich genehmigte der Gemeinderat die beiden Haltestellen mit 15:6 Stimmen. „Von dieser Linie profitieren alle Feldkirchner“, ist Christian Wilhelm (SPD) überzeugt. Bis Juli sollen die neuen Haltestellen fertig sein. Dann, so zumindest der Plan, stattet das Staatlichen Bauamt Freising die Hohenlindner Straße mit Flüsterasphalt aus.

bb

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