Antrag im Gemeinderat

Feldkirchen soll mitzahlen für Erzieher-Ausbildung

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Feldkirchen – Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) will sich mit der Feldkirchner Kinderkrippe „Feldmäuse“ an der Bahnhofstraße am Modellversuch „OptiPrax“ beteiligen. Dabei dauert die Ausbildung zum Erzieher nur vier anstatt der üblichen sechs Jahre. Die Mehrkosten von bis zu 13 000 Euro pro Jahr soll aber die Gemeinde übernehmen; will sie aber nicht.

Der Gemeinderat stimmte dem nicht zu, will erst juristisch prüfen lassen, ob man den neuen Erzieher nach der Ausbildung in Feldkirchen halten kann.

„Da diese Ausbildung nur vier Jahre dauert und die Auszubildenden von Anfang an etwas verdienen – bei der heute üblichen Lehre bekommen sie zwei Jahre nichts – hoffen wir, dass das den Anreiz erhöht“, berichtete die „Feldmäuse“-Leiterin Angela Krif. Allerdings bedeutet der neue Ausbildungsweg Mehrkosten von bis zu 13 000 Euro im Jahr, die sollte die Gemeinde nach Wunsch der AWO übernehmen. Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) begrüßte die Idee ausdrücklich: „Wir brauchen dringend pädagogisches Personal. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass die AWO nur der erste Träger ist, der das jetzt beantragt. Die anderen werden da wohl schnell nachziehen.“

Auch Ulrich Rüßmann (CSU) hält das Konzept prinzipiell für gut. „Aber wenn wir jedes Jahr so eine Stelle fördern, dann sind das im vierten Ausbildungsjahr schon Kosten von jährlich rund 200 000 Euro.“

Franz Golibrzuch (UWV) monierte, dass beim Thema Kinder offensichtlich nie eine Grenze der Förderung erreicht werde. „Wir geben jedes Jahr in unserem Dorf zwei Millionen Euro für Kinder aus – das ist auch gut so! Doch es kommen ständig weitere Forderungen, das stößt mir schon auf.“

Fraktionskollege Thomas Zimmermann wollte wissen, ob es eine Möglichkeit gebe, den Erzieher nach der Ausbildung an die Gemeinde zu binden. „Wir haben da schon alles geprüft, das war natürlich auch sofort unser Gedanke. Doch das ist offensichtlich arbeitsrechtlich nicht möglich, wir sind nicht die freie Wirtschaft“, entgegnete der Bürgermeister. Franz Reinheimer (SPD) konnte das nicht glauben. „Jeder Jugendliche, der ein Duales Studium macht, muss sich nach der Ausbildung für mehrere Jahre beim Ausbildungsbetrieb verpflichten. Die AWO ist auch freie Wirtschaft, dann muss die den binden.“

Krippenleiterin Krif bestätigte, dass die AWO sehr wohl einen Passus im Arbeitsvertrag habe, dass der junge Erzieher nach der Ausbildung bei der AWO bleiben müsse. „Aber wir haben in Feldkirchen nur eine Krippe, da bleibt doch keiner vier Jahre Ausbildung und danach noch vier Jahre. Der will woanders hin – und dann ist er weg von Feldkirchen.“

Andreas Janson und Michael Schön (UWV) wollten nicht der Finanzierung eines Auszubildenden für eine Fremdfirma zustimmen, ohne die Möglichkeit, diesen später in Feldkirchen zu halten. „Wir sind ja kein Wohlfahrtsamt“, sagte Schön.

Rubriklistenbild: © dpa/Archiv

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