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Ein Dorn im Auge ist diese Brücke einigen Anwohnern und Gemeinderäten.

„Überdimensionierte  Metallrampe“: Das steckt hinter dem Streit um diese Brücke

  • Bert Brosch
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Eine Brücke sorgt in Feldkirchen für Diskussionen. Die Bauweise missfällt den Anwohner. Geplant war nämlich was anderes. Doch der Ex-Bürgermeister entschied sich um.

Feldkirchen – Das Objekt des Ärgers ist gut drei Meter lang. Eine schöde Metallbrücke, mögen die einen sagen. In Feldkirchen sorgt der Neubau im Wohngebiet „Dornacher Feld“ für Aufsehen. In Auftrag gegeben hat ihn nämlich Ex-Bürgermeister Werner van der Weck (SPD). Im Alleingang, sprich: ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat zu halten. Das stößt einigen Räten nun sauer auf, ebenso einigen Anwohnern. Sie werfen dem Rathauschef a.D. vor, eine ursprünglich „zierliche chinesische Holzbrücke“ durch eine „überdimensionierte Metallrampe“ ersetzt zu haben. Doch von vorne.

Vor über 20 Jahren wurde von der Landschaftsarchitektin Carmen Lefeber aus Ismaning das neue Wohngebiet „Dornacher Feld“ im Norden der Gemeinde gestaltet. Unter dem Motto, dass „ein schöner Garten wie das Gewand eines Hauses ist“, schufen die Planer geschwungene Wege und Wiesensenken. Ein kleiner Sickergraben, mittlerweile dicht bewachsen mit Schilf und Feuchtpflanzen, nimmt das Regenwasser der angrenzenden Bürogebäude auf und verteilt es im kleinen Weiher. Überspannt wurde der kleine Bachlauf von einer „zierlichen chinesischen Holzbrücke“, wie es Erhard Magori nennt, der mit seiner Familie zahlreiche Nachbarn im Wohngebiet als Sprecher vertritt. Weil die Holzbrücke nach 20 Jahren nicht mehr sicher genug war, wurde sie ersetzt. „Durch eine völlig überdimensionierte Metallrampe, ein Brückenmonstrum“, moniert Magori, der ebenso wie seine Nachbarn darüber entsetzt ist.

Anwohner: Ästhetik bei Bauten in Wohngebieten nicht ignorieren

Aus Kostengründen wolle man die Brücke nun aber nicht wieder abreißen lassen, man müsse den Gemeinderat und die Öffentlichkeit dennoch darauf aufmerksam machen, dass man „im Naherholungsbereich von Wohngebieten nicht ausschließlich zweckmäßig, sondern auch ästhetisch vorgehen sollte, und man die ursprüngliche Planung nicht komplett ignorieren darf“, sagt Magori. Schließlich beschäftigten Gemeinden für so etwas Landschaftsarchitekten und nicht Stahlbauschlosser. Nur wer ist verantwortlich für den gestalterischen Sinneswandel? Wie Bürgermeister Andreas Janson (UWV) habe sein Vorgängers Werner van der Weck die Entscheidung alleine getroffen, was im Rahmen seines Budgets und seiner Kompetenz prinzipiell auch nicht zu beanstanden sei.

Van der Weck steht zu seiner Entscheidung. Mit dieser Entscheidung habe er – nach Gesprächen mit Fachleuten – der Gemeinde viel Geld gespart. „Eine feuerverzinkte Brücke ist wirtschaftlicher, haltbarer und verkehrssicherer als eine Holzbrücke, die ständig gewartet werden muss“, erklärt er auf Anfrage. Zudem sei das Gebiet kein zertifiziertes Biotop, „das wird lediglich so genannt“.

Thomas Zimmermann (UWV) ist anderer Meinung. Er sagt, „eine feuerverzinkte Brücke ist in einem Biotop nicht erlaubt, weil da bei jedem Regen etwas abgespült wird“. Geschäftsstellenleiter Heinz-Josef Reiser versprach, diesen Sachverhalt prüfen zu lassen. Bürgermeister Janson ergänzte, dass solche sensiblen Entscheidungen, auch wenn er dies prinzipiell selbst dürfe, künftig im Bauausschuss oder Gemeinderat beschlossen würden.

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