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Deutliche Verbesserung: Die Weißenfelder Straße (M18/EBE 4) soll nach Süden verlegt werden und direkt von Weißenfeld zur Anschlussstelle Feldkirchen-Ost führen. Für Feldkirchen wäre dies eine enorme Entlastung, die heutige Straße könnte in der Folge zu Radwegen ausgebaut werden.

Straßen-Ausbau im Münchner Osten kostet 8,3 Milliarden Euro

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Der Verkehrskollaps droht. Die A94 und die A99 werden ausgebaut. Ein Überblick über die Konzepte bis zum Jahr 2030.

FeldkirchenDem Münchner Osten droht der Verkehrskollaps. Milliarden müssen daher in den kommenden zehn Jahren in den Aus- und Neubau von Straßen gesteckt werden. Das zumindest sagte Baudirektor Jochen Eid von der Autobahndirektion Südbayern, der im Feldkirchner Gemeinderat die Pläne für die A 99 und A 94, das Autobahnkreuz München-Ost sowie für die Weißenfelder Straße vorstellte.

Wie Eid berichtete, beträgt der durchschnittliche Verkehr auf der A 99 täglich 123 000 Fahrzeuge. Bis 2030 wird diese Zahl um 20 Prozent auf 150 000 Fahrzeuge wachsen. Auf der A 94 sind es im Moment täglich 72 000 Fahrzeuge, prognostiziert bis 2030 sind mehr als 97 000 Fahrzeuge. „Daher werden wir viel neu bauen, aber es muss ein gemeinsames Konzept her: Landeshauptstadt, Landkreise, Kommunen, der Bund mit den Autobahnen, der ÖPNV und der Radverkehr müssen verzahnt und vernetzt werden, sonst schaffen wir’s nicht“, sagte Eid.

An erster Stelle stehe der achtstreifige Ausbau der A 99 zwischen den Autobahnkreuzen München-Nord und -Süd. Der erste Abschnitt vom Kreuz Nord bis zur Anschlussstelle Aschheim-Ismaning ist in Bau, soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Die Planfeststellungsunterlagen für den zweiten Abschnitt von Aschheim-Ismaning bis Kirchheim seien in den kommenden Wochen fertig. Für den dritten Teil von Kirchheim bis Haar würden die Unterlagen bis Mitte 2019 erstellt. Für die A 94 sei langfristig der Ausbau auf sechs Fahrspuren vorgesehen. Bis 2030 sollen Projekte im Gesamtumfang von mindestens 8,3 Milliarden Euro realisiert werden, sagte Eid.

Nicht nur die Autobahnen seien ständig überlastet, auch die angrenzenden Bundes- und Kreisstraßen. „Unser Vorschlag ist, die Verbindung zwischen Feldkirchen und Weißenfeld, die Kreisstraße M18/EBE 4, deutlich nach Süden zu verlegen. Dann führt sie nicht mehr durch das Gewerbegebiet Ost I, sondern südlich des Pferdehofs direkt zur Anschlussstelle Feldkirchen-Ost der A 94“, sagte Eid. Das könnte für Feldkirchen eine Entlastung sein, passe zu einer möglichen Umfahrung des Ortes, aber auch zur Verlegung der B 471 und den Bau einer Autobahnparallele. Doch noch stehen die Stellungnahmen der betroffenen Kommunen und Anlieger aus.

Der Feldkirchner Gemeinderat Christian Wilhelm (SPD) vermisste in Eids Ausführungen Hinweise auf einen Tunnel für mehr Lärmschutz sowie den Autobahn-Südring. „Unterschiedlich hohe Straßen erzeugen sehr viel Lärm. Für mich wäre eine Lösung der Autobahn-Ringschluss im Süden Münchens“, sagte Wilhelm.

Thomas Zimmermann (UWF) forderte, vor allen Baumaßnahmen zuerst einmal den Feinstaub in Feldkirchen zu messen. „In München werden Straßen wegen Feinstaub gesperrt und wir reden bei uns von achtspurigen Autobahnen.“ Eid beruhigte beide. Die Themen Lärm, Stickoxide und Feinstaub stünden bei allen Maßnahmen ganz oben. „Beim Südring waren die Gegner schneller als hier im Osten – das ist eine politische Entscheidung der Staatsregierung, dass da nichts mehr passiert“, sagte Baudirektor Eid.  bb

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