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„Völlig falsches Signal“: Streit um Kita-Gebührenerhöhrung

  • Bert Brosch
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Um zehn Prozent steigen die Betreuungsgebühren in Feldkirchen. Das stößt der SPD-Fraktion sauer auf.

Feldkirchen – In den vergangenen Jahren, speziell aber im Corona-Jahr 2020, stiegen die Defizite der Feldkirchner Kitas deutlich. Daher beschlossen die Träger der gemeindlichen Einrichtungen mit Bürgermeister Andreas Janson (UWV) eine Erhöhung der Beiträge um zehn Prozent. Die SPD-Fraktion bezeichnete dies im Gemeinderat „als völlig falsches Signal“.

Kathrin Jochim vom Amt für öffentliche Ordnung erläuterte die Details. Demnach habe es die letzte Erhöhung am 1. September 2015 gegeben. „Seither haben wir sehr viel Geld aufgewendet in neue Einrichtungen, mehr Personal und mehr Zuschüsse für die Mitarbeiter“, sagte sie. Die jetzige Erhöhung sei „unumgänglich“ (siehe Kasten). Um die Eltern in der Pandemie nicht zusätzlich zu belasten, greife diese nicht ab 1. September, sondern erst ab 1. Januar 2022.

„Das ist ganz schwach.“

Christian Wilhelm (SPD) verwies darauf, dass es auch Gemeinden gebe, in denen die Kinderbetreuung für die Eltern gar nichts koste. „Ich weiß, dass die Feldkirchner Gebühren immer fair waren, nicht die niedrigsten im Landkreis, aber auch nicht die höchsten. Eine Erhöhung jetzt um zehn Prozent ist für mich das falsche Signal, das trifft alle Eltern.“ Dass man mehr Personal eingestellt habe sei wichtig und richtig, doch deren Kosten auf die Eltern umzulegen ist für Wilhelm falsch. „Dass der Bürgermeister diese Erhöhung entschied, finde ich sehr schade.“ Seine Fraktionskollegin Verena Claudi-Weißig sagte, ihr gefielen die Erhöhungen überhaupt nicht. „Die Prämien für das Personal auf die Eltern umzulegen, das ist ganz schwach.“

Das kostet die Kinderbetreuung künftig

Für Kindergarten-Eltern steigt der Beitrag bei täglich drei bis vier Stunden Betreuung von 78 auf 86 Euro, wobei durch die 100 Euro Zuschuss vom Freistaat die Eltern effektiv nichts bezahlen müssen. Bei einem Besuch von bis zu zehn Stunden am Tag kostet es ab Januar 142 anstelle von 131 Euro. Für Krippenkinder steigt der Beitrag bei bis zu vier Stunden von 139 auf 153 Euro, bei bis zu zehn Stunden von 300 auf 327 Euro. Und beim Hort müssen die Eltern künftig 108 statt 98 Euro bezahlen, wenn ihre Kinder bis zu vier Stunden am Tag da sind, bei einem Besuch bis zu acht Stunden wächst der Betrag von 138 auf 151 Euro.

Martin Obergroßberger (CSU) widersprach: „Was nichts kostet, ist auch nichts wert! Die Eltern sollen einen kleinen Beitrag dazu leisten für das sehr gute Angebot. Man darf nicht immer nur verlangen.“ Auch Herbert Vanvolsem (CSU) konnte die Ablehnung der SPD nicht verstehen, in vielen Sitzungen habe der Gemeinderat Zulagen und Erhöhungen für das Personal und die Einrichtungen beschlossen. „Jetzt geht es um eine Erhöhung um 20 Cent pro Tag und Kind, das ist doch wirklich maßvoll.“ Silvia Ritter (UWV) berichtete, dass Eltern, die Probleme hätten, sich die Gebühren zu leisten, ich jederzeit an das Landratsamt wenden könnten und dort auch unterstützt würden. Bürgermeister Janson erinnerte daran, dass die Gemeinde jedes Jahr über 3,6 Millionen Euro für die Kinderbetreuung ausgebe. „Täten wir das nicht, wäre das für die Eltern unbezahlbar“, sagte der Rathauschef. „Aber wir geben das Geld gerne für unsere Kinder aus. Jetzt sollen die Eltern eben ein kleines bisschen mehr beisteuern.“

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Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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