Bike-Flash
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Blinkende Leuchten warnen Lkw-Fahrer auf deren Augenhöhe vor Radfahrern im toten Winkel.

„Müssen Sicherheit unserer Radfahrer erhöhen“

Blinkendes Versuchskaninchen: Feldkirchen will „Bike-Flash“ testen

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Feldkirchen bewirbt sich um einen Testlauf der Warnanlage „Bike-Flash“, die der Landkreis zum Schutz von Radlern installieren will. Sollte es nicht klappen, gibt‘s einen Plan B.

Feldkirchen – Der Landkreis München will „Bike-Flash“ testen. Ein System, das kreisförmig um Ampelmasten installiert wird und grell orange blinkt, sobald sich ein Radfahrer nähert. So sollen die Radler vor dem toten Winkel abbiegender Lkws oder Busse geschützt werden. Auf Antrag der SPD will Feldkirchen, dass dieser Test an den wichtigsten Kreuzungen in der Gemeinde stattfindet.

Laut Christian Wilhelm (SPD) habe es erst kürzlich einen solchen Abbiegeunfall zwischen Radler und Lkw in Feldkirchen gegeben. „Wir müssen jetzt endlich etwas tun, um die passive Sicherheit unserer Radfahrer zu erhöhen“, forderte er und schlug vor. „Da der Kreistag Bike-Flash sowieso testen will, kann er das doch gleich bei uns tun.“ Sollte dies nicht möglich sein, müssten die großen Kreuzungen wenigstens rasch mit sogenannten Trixi-Spiegeln ausgestattet werden. Einem konvex gebogenen Spiegel direkt unter einer Ampel, der den toten Winkel ebenfalls minimieren soll. Auch die Gemeinde Haar will jene Spiele testen.

„Das muss uns die Sicherheit der Radler Wert sein“

Franz Golibrzuch (UWV) unterstützt beide Sicherheitssysteme, allerdings befürchte er, dass für die Bike-Flash-Anlage „an der besonders neuralgischen Kreuzung“ Oberndorfer-/Hohenlindner Straße zu wenig Platz sei: „Da ist es sowieso schon sehr eng für die Radler.“ Sein Fraktionskollege Thomas Zimmermann unterstützt den Antrag voll, „das muss uns die Sicherheit der Radler Wert sein“. Sein Vorschlag: Als erster Schritt sollten schnellst möglich in der Hohenlinder Straße, wo es jetzt zwar einen „schönen Flüsterasphalt“ gebe, aber keinerlei Markierungen für Radler und Fußgänger, diese Linien wieder aufgebracht werden, forderte Zimmermann.

Lesen Sie auch: Trotz Absage der Regierung: Landkreis München will Toter-Winkel-Warnanlage testen

Auch Ulrich Rüßmann befürwortet für die CSU den Antrag. Er erkundigte sich, ob es bei der Polizei schon Erfahrungen mit Trixi-Spiegeln oder den Bike-Flash-Anlagen gebe. Die sei nicht der Fall, erklärte, Zweiter Bürgermeister Andreas Janson (UWV), der die Sitzung leitete. Die Polizei habe mitgeteilt, dass sie über keinerlei Erfahrungswerte verfüge.

Grünen-Gemeinderätin stimmt aus diesem Grund dagegen

Simone Krois (Grüne) lehnt die Bike-Flash-Anlage derweil kategorisch ab. „Die sind für mich nicht schön, da blinkt es überall an der Kreuzung, das ist mir zu viel. Ein Trixi-Spiegel ist viel eleganter.“ Scharf antwortete ihr Katharina Funk (SPD). „Es geht hier doch nicht um Schönheit, sondern um die Sicherheit der Radler, vor allem um die unserer Kinder.“

Christian Wilhelm konkretisierte seinen Antrag dahingehend, dass man Bike Flash an den Hauptkreuzungen der B 471 durch den Ort installieren sollte und an allen anderen Kreuzungen, speziell an der Ecke Emeran- und Sonnenstraße, wo nach seinem Dafürhalten die Busse viel zu schnell in Richtung Bahnhof abbiegen, auf alle Fälle Trixi-Spiegel montiert werden. Gegen die Stimme von Simone Krois wurde dies so vom Gemeinderat beschlossen.

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