Vor dem Rathaus in Feldkirchen wird noch im Mai eine E-Ladesäule eröffnet
+
Fünf Jahre hat’s gedauert, bis hier am Rathaus eine E-Ladesäule steht. Im Mai soll sie eröffnet werden. Bürgermeister Andreas Janson (UWV) stellte klar, dass weder er noch der Gemeinderat schuld seien, dass die Installation solange gedauert habe. „Es gab so viele Berater, die uns immer wieder sagten, wir sollten noch auf Fördergelder warten.“

Kosten: 10 000 Euro im Jahr

Zahlt sich ein E-Auto wirklich aus? Beispiel aus Nachbargemeinde schreckt ab

  • Bert Brosch
    VonBert Brosch
    schließen

Die Feldkirchner Gemeinderäte haben erneut über die Anschaffung eines Elektro-Autos debattiert. Die zentrale Frage: Stehen Kosten und Nutzen im Verhältnis?

Feldkirchen – Vor zwei Jahren hat die UWV-Fraktion den Antrag gestellt, die Gemeinde soll ein Elektroauto anschaffen, das die Feldkirchner nutzen können. Obwohl damals eine Mehrheit für ein Ausleihkonzept stimmte, ist nichts passiert. Nun gab es erneut ein 10:8-Votum für die Idee.

Fünf Jahre nachdem die Gemeinde plante, eine Elektro-Ladesäule zu installieren, soll diese im Mai nun tatsächlich kommen. „Das ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dass wir noch einmal an unseren Antrag aus dem März 2019 erinnern“, sagte Alexander Zimmermann (UWV). Seine Fraktion will, dass die Gemeinde Bürgern, die sich kein E-Auto kaufen können oder gar kein Auto haben, ein solches zur Verfügung stellt. Für Besorgungen, kurze Fahrten oder Arzttermine. Ein solches Fahrzeug sei umweltfreundlich, werde in anderen Gemeinden gut angenommen „und wir gingen mit gutem Beispiel voran“. „Wobei die Gemeinde das Auto nicht kaufen soll oder sich um die Vermietung kümmern, sondern nur den Stellplatz zur Verfügung stellt und mit dem Vermieter verhandelt“, sagte Zimmermann.

„Sollten das Geld lieber in den Bau von vielen neuen Ladesäulen stecken.“

Christian Wilhelm (SPD) machte klar, dass er von der Idee nur wenig hält. Er verwies auf die Nachbarn in Kirchheim. Dort koste das Auto im Monat 950 Euro, die Gemeinde habe im Jahr 10 000 Euro „reingebuttert, ohne dass das Elektroauto genutzt wird, das schreckt mich ab“, sagte Wilhelm. Auch Stefan Seiffert (CSU) führte das Kirchheimer Beispiel an: „Das ist einfach viel zu teuer, die haben nur eine Bürger-Fahrt pro Woche. Das ist doch der Feldversuch vor unserer Haustüre - und der ist einfach gescheitert. Ich sehe den Bedarf nicht.“ Sein Vorschlag. „Wir sollten das Geld lieber in den Bau von vielen neuen Ladesäulen stecken.“

Auch Herbert Vanvolsem (CSU) fürchtete, dass man 10 000 Euro im Jahr zum Fenster hinausschmeiße. Thomas Zimmermann (UWV) konnte nicht verstehen, warum alle Fraktionen vom Umweltschutz reden, aber nichts investieren wollten. „Wir geben im Jahr 4,8 Millionen Euro für unsere Kinder raus, da werden wir, angesichts eines schönen Überschusses 2020, doch auch mal 10 000 Euro für ein E-Auto übrig haben.“

Bürgermeister Andreas Janson (UWV) stellte klar, dass die Gemeinde nie vor hatte, ein E-Auto zu kaufen. Er habe zahlreiche Angebote vorliegen von Autohäusern und Leasing-Firmen, die ein E-Auto der Gemeinde kostenfrei zur Verfügung stellen würden und sich auch um die komplette Abrechnung und Vermietung kümmern würden. Janson: „Wir müssen nur endlich einmal Ja sagen, dass wir das wollen.“ Letztlich beschloss der Gemeinderat mit knapper Mehrheit, dass die Gemeinde sich um die Anschaffung eines Elektro-Autos sowie um Anbieter für Vermietungen des Fahrzeugs kümmern soll.

Weitere Nachrichten aus Feldkirchen und dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare