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In den neuen Räumen: (v.l.): stellvertretender Landrat Otto Bußjäger, Martina Neubauer (Landratsamt), Elisabeth Winkler (bfz), Vize-Schulleiter Jörg Schnadel und Bürgermeister Werner van der Weck.

Berufsschul-Integrationsklassen

Flüchtlinge sollen fit für Beruf werden

Feldkirchen - Die neuen Berufsschul-Integrationsklassen mit 100 Flüchtlingen sind kaum angelaufen – da hat der Landkreis schon wegen einer Verdoppelung der Kapazität in Feldkirchen angefragt.

Über zehn Jahre standen die ehemaligen „Hitachi“-Gebäude im Gewerbegebiet an der Dornacher Straße leer. Die Gemeinde Feldkirchen bot sie dem Landkreis für 250 Flüchtlinge an, der lehnte zunächst ab. Seit 12. Dezember wird ein Teil davon als hochmodern ausgestattete Räume der Berufsschule München Land mit fünf Berufsschulintegrationsklassen (BIK) für 100 Flüchtlinge zwischen 15 und 21 Jahren genutzt. Sie lernen dort die deutsche Sprache und unser Schulsystem und Leben kennen. 

Dank an die Gemeinde Feldkirchen

Der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger begrüßte beim Tag der offenen Tür die Besucher in den neuen Schulungsräumen. „Die hohen Zuzugszahlen sind nach wie vor eine große Herausforderung für den Landkreis. Um Jugendliche möglichst rasch zu integrieren und ihnen Jobs zu ermöglichen, ist eine fundierte Ausbildung notwendig.“ Er dankte der Gemeinde Feldkirchen, die die neue Schule erst möglich gemacht habe. „Feldkirchen setzt so ein großes Zeichen für die Integration!“

100 Schüler aus dem gesamten Landkreis werden in Feldkirchen in fünf Klassen beschult. Alle Klassenräume sind groß, hell, ausgestattet mit farbigen Kunststoff-Stühlen und High-Tech-Tafeln, sogenannten „White Boards“. Fünf staatliche Lehrer, zwei Sozialpädagogen und fünf Betreuer des Kooperationspartners „Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz)“ unterrichten.

„Alltagshilfe“ auf dem Stundenplan

Im ersten Schuljahr stehen wöchentlich 20 Stunden Deutsch und zehn Stunden „Alltagshilfe“ auf dem Stundenplan; im zweiten Jahr zehn Stunden Deutsch und 20 Stunden Vorbereitung auf das echte Berufsschulleben: Berichte schreiben und vor allem diverse Praktika. „Ohne diese intensive Vorbereitung schaffen die hinterher ihre Lehre und die Berufsschule nicht, das zeigen unsere Erfahrungen. Aber mit der absolvierten BIK packen die das und viele finden bereits ihren künftigen Ausbildungsbetrieb“, bekräftigte der stellvertretende Schulleiter Jörg Schnadel, der bei der Regierung auch für sämtliche Berufsschulklassen in Oberbayern zuständig ist.

Bürgermeister steht einer Erweiterung aufgeschlossen gegenüber

100 Flüchtlinge besuchen die neue Schule, doch es warten im Landkreis noch viele. „Wir haben daher bei der Gemeinde Feldkirchen angefragt, ob wir so bald wie möglich fünf weitere Klassen hier eröffnen dürfen“, sagt Bußjäger. „Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, Platz ist hier genügend, die Räume sind ideal geeignet dafür. Die jungen Menschen sollen bei uns das Rüstzeug für einen geradlinigen Weg in die Gesellschaft bekommen“, erwiderte Feldkirchens Bürgermeister Werner van der Weck (SPD).

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