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Mit Falschgeld wollte ein 24-Jähriger aus dem Landkreis München ein Schäferstündchen in einem Bordell finanzieren.

Teures Schäferstündchen

Falscher Fuffziger im Bordell fliegt auf

Mit Falschgeld wollte ein 24-Jähriger aus dem Landkreis München ein Schäferstündchen in einem Bordell finanzieren. Dabei hat er die Rechnung allerdings nicht mit der scharfsinnigen Prostituieren gemacht.

Landkreis– Das Leben könnte so schön sein, wenn man nur Geld im Überfluss hätte. Das dachte sich wohl auch ein 24-Jähriger aus dem östlichen Landkreis München. Doch woher Geld nehmen, wenn man keins hat? Das brachte den 24-jährigen Autoglas- und Reifenwechsler auf eine verhängnisvolle Idee. Im Internet bestellte er Falschgeld, um sich damit ein Schäferstündchen bei einer Prostituierten zu gönnen. Doch die Dame witterte den Betrug und zog den falschen Fuffziger und den 24-Jährigen sprichwörtlich aus dem Verkehr. Das Ganze endete schließlich vor dem Schöffengericht am Amtsgericht München, das den 24-Jährigen jetzt wegen Geldfälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten mit Bewährung verurteilte. Außerdem muss er 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Filmgeld übers Internet bestellt

Alles begann am 10. Januar dieses Jahres. An diesem Tag bestellte der Angeklagte über eine Internetverkaufsplattform 450 gefälschte Banknoten zu 20, 50, 100 und 500 Euro. Er wollte das als Filmgeld bezeichnete Falschgeld erwerben, um es als angeblich echtes Geld zum Bezahlen zu verwenden. Der Angeklagte suchte dann am 17. Januar gegen 22 Uhr ein Bordell im Münchner Osten auf, heißt es im Pressebericht des Amtsgerichts. Dort wollte er für 15 Minuten die Dienste der Prostituierten in Anspruch nehmen und übergab ihr zur Bezahlung unter Vorspiegelung seiner Echtheit zunächst einen Hunderter, dann, da sie nicht wechseln konnte, einen der gefälschten 50-Euro-Scheine.

Klar erkennbarer Aufdruck „copy“

Die Prostituierte fand von Anfang an, dass die Geldscheine komisch aussähen und brachte den 50-Euro-Schein zur Inhaberin des Bordells, die die Fälschung auch anhand des Aufdrucks „copy“ zweifelsfrei erkannte. Die Prostituierte hielt den Angeklagten solange hin, bis er von den herbeigerufenen Polizeibeamten festgenommen werden konnte. Gegen ihn erging Haftbefehl. Er blieb bis zur Hauptverhandlung in Untersuchungshaft.

Der bislang nicht vorbestrafte Angeklagte räumte in der Hauptverhandlung den Tathergang ein. „Ich habe das leider gemacht. Ich wollte das Geld ausgeben, jetzt habe ich mich unter Kontrolle und weiß, dass das falsch war. Ich möchte mich bei der Dame und bei dem Gericht entschuldigen.“

Der als Zeuge vernommene Polizeibeamte erklärte bei der Verhandlung: „Wir haben die Falschgeldnoten und das Handy sichergestellt. Das Handy wurde ausgewertet. Da wurde die App festgestellt, wir konnten die Bestellung über das Falschgeld auf dieser App sehen. Ein Teil der Geldscheine wurde bereits zugestellt, die Geldscheine über 500 Euro und die 20-Euro-Scheine haben noch gefehlt. Wir haben die entsprechende Stelle informiert, damit die Lieferung abgefangen wird.“ Zu dem als „Filmgeld“ über das Internet erhältliche Geld gab er an, dass die Scheine oft angenommen würden. Nach seinem Wissen seien davon schon etwa 1600 Scheine in Umlauf gebracht worden.

Geständnis wirkt sich strafmildernd aus

Die Vorsitzende Richterin begründete ihr Urteil unter anderem so: „Zugunsten des Angeklagten sprach sein von Reue und Schuldeinsicht getragenes Geständnis. Er hat sich bereits bei der Polizei kooperativ gezeigt und war durch das Verfahren sichtlich beeindruckt. Die Hemmschwelle bei der Bestellung über das Internet erforderte lediglich geringe kriminelle Energie.“

Zulasten des Angeklagten habe jedoch gesprochen, dass er eine sehr hohe Summe an Falschgeld bestellt hat. Auch wenn die Qualität des Falschgeldes schlecht gewesen sei, war es dennoch zur Täuschung geeignet. Unter Abwägung aller für und gegen den Angeklagten sprechenden Umstände war aus Sicht des Gerichts die Verhängung einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten tat- und schuldangemessen. Diese konnte zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Angeklagte ist bei seinem Arbeitgeber auch privat angebunden und kann dort ab September 2020 eine Ausbildung beginnen.  

mm

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