Berufsschule braucht Turnhalle

Halbe Stadtrundfahrt statt Sportunterricht

Feldkirchen - Die Staatliche Berufsschule München-Land in Riem wird erweitert. So viel steht fest. Nach wie vor ungeklärt sind das Wo und das Wie.

Daran ändert auch das Votum des Kreisausschusses zunächst nichts. Konkrete Lösungen erhofft sich das Landratsamt von der „Bayerischen Hausbau“ (BHB). Der allein an Immobilien offiziell 2,5 Milliarden Euro schweren GmbH & Co. KG aus der „Schörghuber Unternehmensgruppe“ (u.a. mit Altem Hof, Stachus-Rondell, Hofgarten Palais, Europäischem Patentamt und Arabellapark) gehört das östlich an die Staatliche Berufsschule angrenzende Grundstück.

Allein der Umstand, dass Berufsschüler dieser Tage mitunter bis zur Waldorfschule in Johanneskirchen pilgern müssen, um Sport zu treiben, lässt die Schulleitung um Oberstudiendirektor Peter Dahmer gewaltig die Daumen drücken. Die Berufsschule verfügt über keine eigene Sporthalle. Neben Raum für zusätzliche Klassenzimmer, die Schulverwaltung und die Hauswirtschaft, einem Schülerwohnheim, einer größeren Aula sowie einer Maschinen- und Lagerhalle steht eine Zweifachturnhalle auf dem Wunschzettel des Schulleiters.

Auf Grundstück ist bisher eine Asylbewerberunterkunft geplant

Eine halbe Stadtrundfahrt müssen Berufsschüler bis zur Waldorf-Sporthalle in Johanneskirchen bewältigen, müssen in Berg am Laim sogar die S-Bahn wechseln. „Das ist eine ganze Ecke weg“, ließ Dahmers Stellvertreter, Oskar Paulicks, den Kreisausschuss wissen. Abgesehen von Unfallgefahren und versicherungstechnischen Problemen muss die Schule ihre Unterrichtsplanung an den Sport-Ausflügen ausrichten. „Eine Stunde müssen wir den Schülern für die Fahrt wenigstens lassen.“ 

Alles in allem will sich die Schule um mehr als 5000 Quadratmeter vergrößern. Eine kleine, wenn auch um so wichtigere Rolle, spielen dabei die vom Bayerischen Kultusministerium veranlassten Berufsintegrationsklassen für Flüchtlingskinder.

Berufsintegtrationsklassen für Flüchtlingskinder

Zwei Klassenräume sind beantragt. Die hierfür nötigen 112 Quadratmeter sind bereits Inbegriff der insgesamt 2216 Quadratmeter für das Schulgebäude. 1175 Quadratmeter sind für die Turnhalle errechnet, 775 Quadratmeter für ein eigenes Wohnheim. Als einzige im, so Landrat Christoph Göbel (CSU), „größtmöglichen Einzugsbereich“ bietet die Berufsschule Fachrichtungen wie Pferdewirtschaft für die 11. und 12. Jahrgangsstufe an. 

Zumindest 40 der insgesamt 400 Berufsschüler sind in Riem so weit entfernt von daheim, dass sie es vorziehen, in Schulnähe zu nächtigen. Zur Zeit mietet die Schule Kapazitäten in Münchner Wohnheimen an – getrennt nach Buben und Mädchen, versteht sich. Die jährlich aufzubringenden 185 000 Euro würde sich die Schulleitung gern sparen.

Nachdem eine Anfrage beim benachbarten Rennverein ins Leere zielte, hoffen die Schule und mit ihr das Landratsamt nun auf die BHB. Zwar ist auf dem Gelände, auf das die Schule ein Auge geworfen hat, laut BHB eine Unterkunft für Asylbewerber geplant. Das Immobilienunternehmen teilte aber mit, die beantragte Schulerweiterung mit dem Planungsreferat der Stadt München abzustimmen. Die Entscheidung des Kreisausschusses, sich hinter den Antrag der Berufsschule zu stellen, fiel unterdessen einstimmig. Es wird erwartet, dass der letztlich zuständige Kreistag den Beschluss in der kommenden Woche ebenso einstimmig mitträgt.

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