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Max H. und Susanne J. finden wegen ihrer Hunde keine Wohnung. 

Elend bei der Wohnungssuche

Kein Vermieter will sie: Paar lebt mit Hunden im Wohnwagen

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Susanne J. und ihr Lebensgefährte finden keine Wohnung - weil sie zwei Hunde haben. Doch Susanne kann nicht ohne ihre Vierbeiner. Deswegen leben die beiden im Wohnwagen. 

Feldkirchen - Susanne J. liebt ihre Hunde. Sie sind die einzigen, denen sie immer vertraut. Acca und Agro gehören seit fast fünf Jahren zu ihrem Leben und helfen ihr dabei, auch nach den größten Krisen wieder auf die Beine zu kommen. „Sie sind Familienersatz“, sagt die 39-Jährige.

Aber: Wegen eben dieser Hunde finden Susanne und ihr Lebensgefährte Max H. (33) seit Monaten keine Wohnung in München. Alle Bewerbungen blieben erfolglos – und Platz in einem Obdachlosenasyl gibt’s auch nicht für die beiden. Seit Monaten leben sie auf der Straße. „Zunächst hausten wir in einem Auto, abgestellt am Straßenrand, ohne Zugang zu sanitären Anlagen“, sagt J. Dann bekamen sie einen alten Wohnwagen aus DDR-Zeiten – seit vier Monaten haben sie ihn abgestellt in der Nähe des S-Bahnhofs Feldkirchen. Nun haben die beiden Angst, dass sie auch dort wieder vertrieben werden. Per Aushang bitten sie die Polizei, ihnen im Fall des Falles einen offiziellen Platzverweis zu erteilen. „Ich hoffe, dass wir mit dem in der Hand dann auch beim Amt zur Vermeidung von Obdachlosigkeit bei der Stadt München etwas erreichen“, sagt Susanne J. Denn sie will nur dann in eine Unterkunft ziehen, wenn ihre Hündin Acca, ein Rottweiler-Boxer-Mischling, und der Rüde Agro (Rottweiler) mitkönnen.

Susanne kann nicht ohne ihre Hunde

Die tz fragte beim Sozialreferat nach – und erhielt als Antwort ein klares Nein. „Wir können keine Menschen mit Hunden unterbringen“, sagt Sprecher Frank Boos. Dafür gebe es hygienische Gründe, außerdem lebten auch viele andere Menschen in einer Notunterkunft – und wenn viele ihre Tiere mitbrächten, gebe es auch viele Konflikte. Deshalb müssen Hunde ins Tierheim, wenn das Herrchen oder Frauchen in einer Notunterkunft wohnt. „Das kommt für mich nicht infrage! Ohne meine Hunde kann ich nicht“, sagt Susanne J.

Seit einer psychischen Erkrankung in der Pubertät fühlt sie sich von ihrer Familie alleine gelassen. Damals bekam sie mehr und mehr Angst, wenn sie unter Menschen gehen musste. Trotz guter Noten konnte sie das Abitur nicht mehr machen. Seitdem hat sie es nicht mehr geschafft, Fuß zu fassen. Ganz schlimm wurde es, als sie vor fast einem Jahr zwangsgeräumt wurde.

Susanne und ihr Freund fühlen sich alleine gelassen

Nachbarn hatten sich an den Hunden gestört, es kam zu Streit – und schließlich unterzeichnete die 39-Jährige einen Auflösungsvertrag. „Ich war psychisch von der Rolle und verstand in dem Moment nicht, dass ich mit der Unterschrift meine Obdachlosigkeit besiegle“, sagt sie. Nach dem Auflösungsvertrag blieb ihr ein halbes Jahr, um eine neue Bleibe zu bekommen. Danach wurde sie zwangsgeräumt und stand mit Hunden und Freund auf der Straße. Ihren Lebensgefährten hat sie in einer Einrichtung für psychisch Kranke kennengelernt – er war depressiv und bezieht Erwerbsunfähigkeitsrente.

„Er schämt sich deshalb. Wir beide fühlen uns oft ausgegrenzt und allein gelassen“, sagt Susanne J. Und: „Wir haben das Gefühl, man wartet darauf, dass wir uns in Luft auflösen – beziehungsweise zusammenbrechen und dann in die Psychiatrie eingeliefert werden. Dann wäre man uns los“, sagt sie.

Am Rand: Der Wohnwagen des Pärchens steht in Feldkirchen im Kreis München.

Dabei seien beide auf einem guten Weg: „Wir könnten unsere Probleme sicherlich in den Griff bekommen, mit Unterstützung, einer Psychotherapie und dann doch noch Fuß fassen und einen Job finden“, sagt sie. Doch Voraussetzung wäre ein Dach über dem Kopf. Und das ist derzeit nicht in Sicht.

Susanne Sasse

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