Die größte und gefährlichste Kreuzung in Feldkirchen: Von links nach rechts die Kreisstraße Münchner Straße, von oben nach unten die Bundesstraße B 471. Im Kreuzungsbereich gibt es absolut nichts für Radfahrer, was diese schützen könnte. 
+
Die größte und gefährlichste Kreuzung in Feldkirchen: Von links nach rechts die Kreisstraße Münchner Straße, von oben nach unten die Bundesstraße B 471. Im Kreuzungsbereich gibt es absolut nichts für Radfahrer, was diese schützen könnte. 

Begutachtung durch Experten

Kreuzung ist für Radler brandgefährlich

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
    schließen

Feldkirchen will Mitglied werden in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ (AGFK). Doch die Mängelliste ist noch lang. Vor allem eine Kreuzung ist tückisch.

Feldkirchen – Dass Feldkirchen bislang kein Fahrrad-Konzept hat, merkt jeder Radler sofort: Es gibt so gut wie keine eigenen Radwege, fast immer nur kombiniert mit den Fußgängern. Wo welche vorhanden sind, enden sie abrupt im Nichts, einst rot eingefärbte Wege sind nicht mehr zu erkennen und die Beläge wechseln sich mit Schlaglöchern ab. Das zeigte auch die „Erstbereisung“ von AGFK-Fachleuten. Wegen Corona wurde diese nun, keineswegs weniger kritisch, online durchgeführt.

Gemeinderat hat Verbesserungsbedarf erkannt

„Der Gemeinderat hat dies erkannt, wir brauchen dringend Verbesserungen. Daher wurde nicht nur die Mitgliedschaft in der AGFK beschlossen, sondern auch das Planungsbüro Stadt Land Verkehr mit einem Radkonzept inklusive Bürgerbefragung sowie der Ermittlung der tatsächlichen Verkehrsströme, dem Modal Split, beauftragt“, sagte der Rad-Beauftragte der Kommune, Michael Reiprich, der sich selbst als leidenschaftlichen Radler bezeichnete.

Corona verhindert gemeinsame Radltour

Virtuell, mit Fotos, Grafiken und Schaubildern, führte er die Fachleute durch Feldkirchen: Sarah Guttenberger, Geschäftsführerin der AGFK, Vertreter des staatlichen Bauamts Freising, der Polizei Haar, vom ADFC Kreisverband, dem Bayerischen Verkehrsministerium, vom Planungsbüro und natürlich von der Gemeinde selbst. „Wir wären gerne gemeinsam durch Feldkirchen geradelt, doch Corona verhinderte dies“, sagte Bürgermeister Andreas Janson (UWV) bedauernd.

Fortschritte bei der Barrierefreiheit

Laut Reiprich hat Feldkirchen bereits Fortschritte bei der Barrierefreiheit erzielt. „Fast an allen Übergängen sind die Bordsteine abgesenkt, das kommt ja auch den Radlern zugute.“ Aber „das“ Hauptproblem in Feldkirchen ist die große Kreuzung zwischen der Bundesstraße B 471 und der Kreisstraße Münchner-/Hohenlindner Straße. „Hier gibt es immer wieder schwere Unfälle, für die Radler gibt es da gar nichts, kein Streifen, Weg oder abgesetzte Aufstellflächen. Das Problem ist das Kompetenzgerangel zwischen Bund und Landkreis“, so Reiprich. Insgesamt gebe es viel zu wenig Wege für Radler, das sei wegen des starken Lkw-Verkehrs gefährlich, keine eigene Fahrradstraße wie beim Nachbarn Kirchheim.

Es fehlt an Fahrradständern

Ein weiteres Problem seien fehlende Markierungen und Beschilderungen sowie das Thema Fahrradständer. Speziell am Bahnhof sei die Anlage seit Jahren gesperrt. „Allerdings haben wir in allen Wohngebieten Tempo 30, dies ist für die Radler wichtig, und wir haben zwei gegen die Fahrtrichtung geöffnete Einbahnstraßen, da gab es noch nie Probleme oder Unfälle.“ Sehr gut laufe die Zusammenarbeit mit den MVG-Leihrädern, die erste Station wurde so gut angenommen, dass noch fünf weitere eröffnet werden. „Und der Bürgermeister sowie zahlreiche Gemeinderäte gehen mit gutem Beispiel voran und radeln“, sagte Reiprich.

Fahrradwege sind meist zu schmal

Robert Burschik vom ADFC München war selbst durch Feldkirchen gestrampelt, ihm war unter anderem aufgefallen, dass die Radwege meist zu schmal sind, für Anhänger daher ungeeignet. „Radler müssen in Feldkirchen oft zu Lasten der Fußgänger zurückstecken, man sollte hier getrennte, alternative Routen finden. Der einzige Trixie-Spiegel im Ort ist falsch angebracht und beim ADFC-Klimatest kam heraus, Radler fühlen sich in Feldkirchen nicht willkommen – das muss noch deutlich besser werden.“

Gemeinde muss Geld für die Radler in die Hand nehmen

Guttenberger lobte die Bereitschaft in der Gemeinde, endlich etwas für den Radverkehr zu tun. „Wichtig ist aber auch ein Etat, die Gemeinde muss für die Radler Geld in die Hand nehmen“, sagte die AGFK-Geschäftsführerin. Nach einer Beratung zeigte sich das Gremium mit den beabsichtigten Maßnahmen zufrieden und nahm Feldkirchen als vorläufiges Mitglied in die AGFK auf. Die Gemeinde hat vier Jahre Zeit, Mängel bei Radwegen, Abstellplätzen, Beschilderung und Konzept zu beheben. Dann wird erneut geprüft, bevor eine Vollmitgliedschaft winkt.

In der Corona-Pandemie entstehen immer mehr perfide Betrugsmaschen. Nun treiben Gauner ihr Unwesen im Kreis München - mit einem Impf-Trick.

Höhenkirchen wehrt sich gegen geplante Kiesgrube

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare