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Start in den Feiertag: Der Heimstettener See ist für Grillfeste beliebt bei Familien und auch großen Gruppen.

Lärm und Müll am Heimstettener See

Grill-Gelage am „Fidsche“: Badegäste sind entsetzt

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Laute Partys, viel Müll: Badegäste sind genervt von den Gelagen am Heimstettener See. Die CSU fordert die Kommunen zum Handeln auf. Doch die sind machtlos.

Kirchheim/Feldkirchen – Scherben, Essensresten und Flaschen: Viel Müll liegt nach den Wochenenden am Heimstettener See – im Volksmund „Fidsche“ genannt – herum. Dazu der Lärm. Badegäste sind empört. „Die Grill-Partys – inklusive stundenlangen Rauchschwaden und sehr lauter Beschallung – werden immer mehr und größer, einige grillen ganze Spanferkel“, ärgert sich Richard Bacher (80), der täglich am See ist. Auch Rebecca Bellmann (26) von der Wasserwacht-Station am See stellt fest, dass der angeschwemmte Müll, den die Wasserwacht-Mitglieder aus dem Gewässer holen, immer mehr wird. „Es sind nicht mehr Partys als früher, aber immer größere.“

„Zu klein für Menschenmassen“

Der Heimstettener See liegt auf Aschheimer, Feldkirchner und Kirchheimer Flur. Am westlichen Teil des beliebten Badesees ist das Grillen erlaubt, immer mehr Besucher grillen aber auch im Badebereich. „Die Bevölkerung rund um den See wächst ständig, daher werden es immer mehr Badegäste. Aus unserer Sicht ist der Fidsche mittlerweile zu klein für die Menschenmassen. Hier muss etwas getan werden“, sagt Herbert Vanvolsem, CSU-Ortsvorsitzender in Feldkirchen. Er hat – wie auch der Kirchheimer CSU-Fraktionsvorsitzende Frank Holz – einen Antrag im Gemeinderat gestellt. 

„Ich jogge sehr oft am Samstag- oder Sonntagmorgen rund um den See – diese Mengen an Scherben und Müll sind unzumutbar.“ Er habe selbst beobachtet, wie große Festgesellschaften dort stundenlang grillen. „Die drehen halbe Schweine über dem Feuer, produzieren gigantische Rauchschwaden, lassen sich mit Kleinlastern Getränke anliefern, beschallen den halben See und hinterlassen Müllberge, obwohl dort sehr viele Mülleimer stehen.“

Kleinere Grillzonen, größere Liegewiesen

Die CSU beider Orte fordern, dass die Kommunen Feldkirchen und Kirchheim aktiv werden. Sie sollen die Grillzonen am Westufer prüfen und verkleinern, Liegebereiche durch eine Abflachung des Westufers erweitern und weitere Spielmöglichkeiten für Kinder schaffen sowie das Ufer kinderfreundlicher gestalten. Der Kirchheimer CSU-Chef plädiert auch dafür, dass Organisatoren Feste vorher anmelden müssen.

Klar geregelt ist das Grillen am See: Eine Tafel zeigt genau, wo gegrillt werden darf.

Die CSU-Fraktionen stellen ihre Anträge bewusst jetzt, bevor der zuständige Erholungsflächenverein den See 2019 überplant. „Bevor die Technokraten den See neu planen, sollten wir aktiv werden“, fordert Holz. Auch Vanvolsem findet, dass sich dringend und schnell etwas ändern muss. „Wir steuern sonst in drei oder fünf Jahren auf den totalen Kollaps am See zu.“

Feldkirchens Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) kennt die Beschwerden, „aber für den See ist der Erholungsflächenverein zuständig, für die Sauberkeit und Ordnung das Landratsamt. Wir können da nichts tun“. Er kritisiert auch, dass sich niemand, der feiert, anmelden muss. „Ich denke, dass wir ein schärferes Kontrollsystem brauchen“, sagt van der Weck.

Landratsamt weiß von nichts

Im Landratsamt zeigt man sich völlig überrascht: Beschwerden über laute und große Feste seien nicht bekannt. Lediglich über offene Feuerstellen hätten sich in letzter Zeit ein paar Bürger beklagt, sagt eine Sprecherin. Von Zeit zu Zeit sei auch herumliegender Müll Anlass zur Klage. Das für den See beauftragte Reinigungsunternehmen arbeite aber konsequent daran, diesen so schnell wie möglich zu entsorgen.

Ilona Frey (73) aus Feldkirchen lobt den Reinigungsdienst sehr, „die Toiletten sind tip top, und die leeren die Mülleimer jeden Tag sehr penibel. Leider bleibt eben daneben so viel liegen.“ Und auch Richard Bacher aus Neuperlach muss vor dem Tischtennisspiel am Fidsche oftmals viele Scherben aufsammeln, die Feiernde in der Nacht zuvor liegen gelassen haben. „Der Wachdienst tut gar nichts“, beschwert er sich. „Weder bei Radlern noch bei freilaufenden Hunden oder Grillen im Badebereich.“ 

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