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Kostenfresser Schule: Allein die Investitionen betragen bis 2035 satte 500 Millionen Euro.

Schülerzahlen explodieren

Kreis investiert 500 Millionen Euro in Schulen - und das ist nicht das Ende

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Heftig: Eine halbe Million Euro verschlingen nur die Investitionen in die Schulen im Landkreis München bis 2035. Die Befürchtung: Es könnte für den Kreis noch weit teurer werden. 

Landkreis – Eine halbe Milliarde Euro muss der Landkreis München bis 2035 in weiterführende Schulen investieren. Gründe sind der anhaltende Zuzug vor allem kinderreicher Familien, der wachsende Anteil von Schülern aus Nachbarkreisen und aus München und die Rückkehr zum G 9.

Die bislang 19 weiterführenden Schulen im Landkreis München sollen daher um vier Realschulen und vier Gymnasien ergänzt werden. Als Standort für Realschulen sind Haar, Oberhaching, Höhenkirchen und im Norden wohl Garching vorgesehen. Gymnasien sind in Aschheim, Feldkirchen und Sauerlach geplant. Im Norden steht Oberschleißheim auf dem Prüfstand.

Finanzieren will der Kreis den Mehrbedarf mit Geld vom Freistaat sowie einer Beteiligung der Stadt München und benachbarter Kreise an den Aufwendungen für Gastschüler. Die Zeit allerdings drängt. Durch die Rückkehr zum G 9 entstehende Kosten für Schulneubauten oder Erweiterungsmaßnahmen muss der Freistaat zwar ausgleichen. Aber nur bis 2025/26, wenn das neunjährige Gymnasium den ersten Abiturjahrgang hervorbringt. Will der Kreis Geld vom Freistaat, müssen neue Schulen zu Beginn dieses Schuljahres 2025/26 in Betrieb sein. „Ein sportlicher Zeitplan“, wie Landrat Christoph Göbel (CSU) im Kreisausschuss für Bauen und Schulen bemerkte.

Nachbarn sollen mitzahlen

Ferner hofft Göbel, die Stadt München und benachbarte Kreise in die Verantwortung nehmen zu können. Weil Gastschulbeiträge nur den laufenden Aufwand decken, bleiben Erweiterungen oder Neubauten – etwa für das Gymnasium Haar aufgrund von Gastschülern aus München oder für das im Süden vorgesehene Gymnasium in Sauerlach aus dem Kreis Miesbach – an den Zweckverbandsgemeinden hängen.

Der Landkreis will daher alle durch Gastschüler verursachten Kosten übernehmen. Im Gegenzug hofft Göbel, die Stadt München und Nachbarkreise zu freiwilligen Zuschüssen bewegen zu können, wenn der Anteil von Gastschülern an einer Schule über zehn Prozent liegt.

Die verbleibenden Kosten für Realschulen, Gymnasien und Fachoberschulen sollen über Kredite finanziert werden, um die Kreisumlage nicht über Gebühr zu belasten. Der Kreistag entscheidet endgültig am Montag, 10. Dezember.

500 Millionen „nur die Spitze des Eisbergs

Dass der Bedarf so hoch ausfallen würde, war nicht von jedem Kreisrat erwartet worden. „Wir haben viel darüber gesprochen, dass Bildung ruhig etwas kosten darf“, sagte Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU). Jetzt fürchtet der Kreisrat aber, dafür Investitionen andernorts zurückfahren zu müssen. Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) geht sogar davon aus, mit 500 Millionen Euro erst die „Spitze des Eisbergs“ ermittelt zu haben.

Tatsächlich sind Kosten für die Generalsanierung des Otfried-Preußler-Gymnasiums Pullach und die Erweiterung des Feodor-Lynen-Gymnasiums Planegg in der Rechnung ebenso wenig enthalten, wie der mögliche Ausbau der Realschule Taufkirchen, der Gymnasien Ottobrunn und Höhenkirchen und des beantragten neuen Gymnasiums in Unterbiberg. Greulich gibt zu bedenken, dass der Anteil der Gastschüler zu Lasten des Kreises gekippt ist: „Zwei Drittel der Schüler, die Schulen im Landkreis besuchen, sind aus München.“

Jeder will Abi machen

Probleme bereitet dem Kreis zudem der Wunsch vieler Schüler, das Abitur abzulegen. Außer auf Gymnasien wirkt sich diese Entwicklung auch auf Fachoberschulen aus. Der Ausbau der Berufsschule in München-Riem und die in Haar und Oberhaching vorgesehenen Fachoberschulen kosten den Kreis allein 180 Millionen Euro. 

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