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In Gauting fährt schon ein flotter Expressbus mit dem X vor der Nummer. Nun sollen bis 2021 Tangentialverbindungen im Landkreis München die S-Bahn entlasten und Fahrgäste schneller von A nach B bringen

Von Oberschleißheim bis Deisenhofen

Expressbusse um München: Dort verlaufen die Linien

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Flotte Buslinien zwischen den S-Bahn-Linien sollen Fahrgästen im Landkreis das Leben leichter machen. Nun steht der Plan, doch die Umsetzung kann dauern.

Landkreis – Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schnell durch den Landkreis, das versprechen die vier neuen MVV-Expressbus-Linien X201, X202, X203 und X320. Das Vorhaben der tangentialen Verbindung, zwischen den S-Bahn-Strängen, liegt schon seit Jahren auf dem Tisch. Lösungen wie eine Seilbahn oder auch eine Magnetschwebebahn klingen zwar innovativ, dauern bis zur Fertigstellung aber lange. Die Bürger der Kommunen von Unterschleißheim bis Oberhaching brauchen jetzt eine Möglichkeit um in kürzester Zeit ohne Auto von A nach B zu kommen.

Der Plan des MVV ist, einen Ring rund um München mit insgesamt sieben Expressbus-Linien einzurichten. Diese sollen die Münchner S-Bahnzweige unterstützen. Dafür hält der Bus nur an wenigen, ausgewählten, Punkten. Außerdem soll ein 20-Minuten-Takt von Montag bis Samstag jeweils von fünf bis 22 Uhr mehr Mobilität schaffen. „Der Bedarf an Tangentialen ist greifbar“, sagt Stefan Schelle (CSU), Bürgermeister von Oberhaching, im Kreisausschuss für Mobilität. In seiner Gemeinde soll auch die Endhaltestelle der Linie X203 liegen, die von Feldkirchen kommt, und der Anfang von X302, die nach Wolfratshausen fährt. Der Bahnhof Deisenhofen wird als Knotenpunkt im neuen Expressbus-Ringnetz dienen.

Von Oberschleißheim bis Deisenhofen

Nicht nur Oberhaching kann sich über die Neuerung freuen, fast alle Landkreiskommunen durchfährt der Bus. Die erste Expresslinie X201 soll von Dachau über den S-Bahnhof Oberschleißheim und die U-Bahn Hochbrück bis zum Forschungszentrum gehen. Die zweite Linie X202 startet im Unterschleißheimer Gewerbegebiet, fährt über die S-Bahn in Unterschleißheim nach Hochbrück, Ismaning, Aschheim, Feldkirchen bis in den Osten zur S-Bahn Haar. Der Bus X203 deckt die Gemeinden im Südosten ab. Über Heimstetten, Haar, Putzbrunn und Taufkirchen schlängelt sich der Expressbus entlang der A 99 bis nach Deisenhofen. Die letzte vorerst geplante Linie soll gar via Endlhausen und Egling bis Wolfratshausen verlaufen.

Dass eine tangentiale Verbindung durch öffentliche Verkehrsmittel im Landkreis notwendig ist, darüber sind sich die Ausschussmitglieder einig. „Kein anderer Landkreis hat diese Verkehrsprobleme in der Dichte“, sagt Markus Büchler (Grüne). Trotzdem: Die Expressbus-Linien stellen die Kommunen auch vor Probleme. Da der Busverkehr um ein Vielfaches erhöht wird, braucht die MVV logischerweise auch mehr Mitarbeiter. In der Summe sollen das 500 bis 700 zusätzliche Busfahrer sein, gibt Landrat Christoph Göbel (CSU) preis. „Die Wohnungen für Busfahrer werden auf jeden Fall ein Thema sein“, sagt Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U). Ein anderes Problem: die Expressbuslinien sollen auf Teilstrecken dieselben Straßen wie die langsameren Regionalbusse befahren. „Wie kommt der Expressbus an dem anderen Bus vorbei?“, fragt Büchler nach. Das sei nicht planbar; ein Aufeinandertreffen wird aber der Fall sein, sagt ein Vertreter der MVV im Ausschuss. Wenn es an einer Stelle Probleme gebe, müsse man dort eventuell den Fahrplan ändern.

Auch über die Kosten der geplanten Buslinien diskutierten die Ausschussmitglieder. Günstig wird das Vorhaben nicht. 25 Millionen Euro kosten die jährlichen Betriebskosten bei einer geplanten Nutzung von 7,5 Millionen Kilometern pro Jahr.Eine stolze Summe, die der Freistaat Bayern im ersten Jahr mit 65 Prozent, im fünften Jahr nur noch mit 50 Prozent fördert.

Die Expressbuslinien werden dringend gebraucht. Sie sollen idealerweise zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 zum ersten Mal eingesetzt werden. Das heißt: noch zwei Jahre warten.

Grafiken zur Linienplanung

wollte der MVV auf Nachfrage nicht zum Abdruck freigeben. Sie sei im Online- Ratsinformationssystem des Landkreises zu finden: muenchen.gremien.info

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