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Die Gastgeber: der Feldkirchener Männergesangsverein.

Singen liegt bei Jüngeren nicht im Trend

Männerchöre quälen Nachwuchssorgen

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Feldkirchen – Bitter: Viele Männergesangsverein wissen nicht, wie es weitergehen soll. Ihnen fehlt der Nachwuchs. Eine Lösung? Nicht in Sicht.

Sieben Männerchöre trafen sich in der Feldkirchener Gemeindehalle zum Sängertreffen. Heuer bereits zum 67. Mal, die meisten sind seit vielen Jahren dabei. Wie lange das noch so bleibt, ist aber fraglich. Tradition und Heimatliebe, die die Vereine hochhalten, droht zu verschwinden. 

Denn Männergesangsvereine liegen bei den Jüngeren nicht im Trend, es fehlt der Nachwuchs. Chören mit hundert Jahre alter Tradition geht buchstäblich die Luft aus. Die Oberföhringer sind nicht gekommen, weil ihnen die nötigen Sänger fehlten. „Wir brauchen dringend Nachwuchs“, fordert auch der Feldkirchener Vorstand, Werner Thaller. Durchschnittlich sind die Feldkirchener Sänger 75 Jahre alt, die zwei „Neuzugänge“ sind 80 und 83 Jahre alt. Kein Nachwuchs im klassischen Sinn. „Um zu überleben, brauchen wir aber dringend neue Stimmen“, erläutert Thaller das Dilemma. 

Vor einigen Jahren war es noch gang und gäbe, in jungen Jahren zu den Sängern zu stoßen, Ehrungen für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit waren üblich. „Das hat heute Seltenheitswert“, bedauert Thaller. Generell würden Männer immer weniger singen, „bei uns zwickt’s am meisten bei den Tenören“. 

Ähnlich geht es dem Verein Berg am Laim, „wir schrumpfen schön langsam zum Dreigesang“, erzählt Chorleiter Karl Altnöder mit Galgenhumor. Acht Sänger, im Schnitt über 70 Jahre alt, halten aktuell jeden Montag die Probenarbeit hoch, „wir sind gut, aber einfach zu wenige“. 

Seit sieben Jahren leitet Jörg Göller den MGV Trudering, 23 Sänger gehören dazu, im Schnitt um die 70 Jahre alt. „Ein Bass und Tenor kamen im letzten Jahr, aber das ist zu wenig, Experimente sind nicht möglich, in den Stücken sind wir halt eingeschränkt“, sagt Göller. „Egal ob Tenor oder Bass, wir freuen uns über jede neue Stimme.“ 

Die Unterföhringer dürfen sich freuen: Sie haben mit Tobias Volmer (18) den jüngsten Sänger in ihren Reihen. Ein seltener Lichtblick, „die Jungen haben andere Interessen“, meint Unterföhrings Vorstand Franz Solfrank. Besser sieht es nur in Heimstetten und Aschheim aus, einzig die Ismaninger haben gar keine Probleme. „Vier junge Männer zwischen 28 und 40 sind im vergangenen Jahr zu uns gestoßen, insgesamt sind wir nun 29 Aktive. Allerdings mit großem Bedarf im zweiten Tenor“, sagt Heimstettens Vorstand Werner Plank. 

Richtig jung wirkt der Aschheimer Chor, viele der rund 45 Männer sind jünger als 30 Jahre. Vielleicht liegt das ja auch an der jungen Chorleiterin Conny Gohlke, die mit 41 Jahren ihre Männer einmal die Woche „trainiert“. Richtig gut geht es auch den Ismaningern. Bei den Proben sind im Schnitt 55 Sänger da, „ständig kommen Neue unter 50-Jährige dazu“, sagt Chorleiter Frey erfreut. Allein 16 Tenöre hat er in seinen Reihen, auch die Bässe seien bestens besetzt. Frey sagt augenzwinkernd: „Wer in Ismaning was werden will, der kommt an den Sängern nicht vorbei."

sab

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