+
Als examierte Altenpflegerin weiß Miriam Paffrath um die Sorgen und auch um die Scheu alter Menschen.

Unterstützung

Hilfe für Senioren

  • schließen

Feldkirchen - Wer Hilfe braucht, ist bei Miriam Paffrath richtig Die 52-Jährige will als erste Seniorenbeauftragte der Gemeinde nicht nur informieren, sondern auch Unterstützung anbieten.

Jetzt gibt es auch in Feldkirchen eine Beauftragte für Senioren. Miriam Paffrath (52) hat diese Aufgabe übernommen. Spontan hatte sie sich bei Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) beworben: „Denn alle Gemeinden um uns herum haben jemanden, der sich um die Senioren kümmert, nur nicht Feldkirchen“, sagt die examinierte Altenpflegerin. Für van der Weck ist sie die ideale Lösung.

Paffrath wurde in Vietnam geboren, kam als Waisenkind mit zwei Jahren nach Bayern. Davon zeugen das kleine Foto eines vietnamesischen Tempels und ein riesiges, farbenfrohes Ölbild eines typisch bayerischen Bauernhofs. Beide Bilder hängen in ihrem Büro. „Ich habe eine Ausbildung zur Altenpflegerin und mich danach in zahlreichen Kursen weitergebildet zur Case-Managerin“, berichtet die Mutter von drei erwachsenen Kindern, die seit 17 Jahren in Feldkirchen lebt. Zuletzt war sie für einen Pflegedienst tätig und prüfte bei den Senioren die Rechtmäßigkeit von Pflegegeld-Sätzen. „Wer Hilfe braucht, bekommt sie in Deutschland, man muss sie nur beantragen. Wer seinen Angehörigen aber keine anständige Pflege bietet, bei dem war ich auch nicht bereit, dem den Höchstsatz zuzustehen“, sagt Miriam Paffrath.

Sie weiß aus ihrer langjährigen Tätigkeit im Alten- und Pflegebereich also genau, welche Probleme Senioren haben und wie man ihnen helfen kann: Das beginnt damit, wenn bei einem Paar ein Partner stirbt und der andere sich plötzlich alleine um alles kümmern muss: Behördengänge, Schriftverkehr mit Banken oder Versicherungen, Einkaufen, Kochen und Saubermachen. „Da nehme ich Kontakt auf zu Organisationen, die solche Hilfen anbieten, etwa die Nachbarschaftshilfe“, sagt Paffrath.

Zunächst aber will sie sich im Gemeindegebiet bei den verschiedenen Vereinen vorstellen und bekannt machen. „Ich fange bei Null an, habe nur ein paar Prospekte aus dem Landratsamt, denn vor mir gab es diese Stelle ja nicht und daher ist auch nichts vorbereitet, das ich einfach übernehmen könnte.“ Sehr viele Senioren wüssten gar nicht, welche staatliche Hilfe sie in Anspruch nehmen könnten. Etwa für eine Rampe, einen Treppenlift, eine seniorengerechte Küche, für einen Wohnungsumbau, oder auch, wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt. „Genau da will ich ins Spiel kommen, ebenso bei Fragen an die Gemeinde. Dann sollen sie bei mir vorbeikommen und ich versuche, zu helfen.“ Paffrath sitzt im Rathaus, sie macht aber auch Hausbesuche. Doch sie weiß auch: Viele Menschen wollen das gar nicht, weil sonst die Nachbarn tuscheln könnten, dass einer das „Sozialamt“ im Haus habe. In Feldkirchen leben fast 1000 Menschen über 65 Jahre und 600 sind älter als 70. Sie alle hat Paffrath im Blick. Derzeit hat sie einen Arbeitsvertrag für zwei Jahre und 20 Stunden wöchentlich. „Wenn das Interesse aber so groß ist, wie der Bürgermeister und ich es erwarten, dann wird das bestimmt ausgedehnt.“

Zu erreichen ist Miriam Paffrath im Rathaus immer dienstags von 7.30 bis 12.30 Uhr sowie mittwochs von 7.30 bis 16 Uhr.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Garching: Pläne für ein Schwimmbad in der Kommunikationszone
Garching ist eine Unistadt. Aber sie hat kein Hallenbad. Das soll sich bald ändern.
Garching: Pläne für ein Schwimmbad in der Kommunikationszone
Experte warnt davor, Krähen zu vergrämen
In vielen Gemeinden im Landkreis München werden Saatkrähen zunehmend zur Plage. Im Unterhachinger Gemeinderat war jetzt ein Experte der Regierung von Oberbayern zu …
Experte warnt davor, Krähen zu vergrämen
Miese Betrüger zocken Dame aus Seniorenheim ab
Mit einem miesen Trick haben Betrüger eine über 80-jährige Dame aus dem Unterföhringer Seniorenheim um viel Geld geprellt. Die Polizei sucht Zeugen.
Miese Betrüger zocken Dame aus Seniorenheim ab
Unterschleißheim: Anbau für Gymnasium eingeweiht
Platz für 16 Klassenzimmer und vier Fachräume bietet der Erweiterungsbau für das Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim. Gerade eingeweiht, ist er eigentlich schon zu …
Unterschleißheim: Anbau für Gymnasium eingeweiht

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.