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Antriebsmotoren aller Größen baut „Nanotec“ in Feldkirchen. Der kleinste, den sie bauen, misst nur zehn Millimeter, insgesamt gibt es 4000 Kombinationsmöglichkeiten, sagt Stephan Huber, der Geschäftsführer.

Mit kleinen Motoren auf großem Erfolgskurs

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Die Firma „Nanotec“ in Feldkirchen wächst und gedeiht. So gut, dass die Zentrale an der Kapellenstraße einen Neubau bekommt.

FeldkirchenDie „Nanotec Electronic & Co.KG“ in Feldkirchen wächst. Das Auftragsbuch ist voll, die Zahl der Mitarbeiter steigt. In der Folge wird die Zentrale des Unternehmens an der Kapellenstraße in Feldkirchen deutlich erweitert.

„Nanotec“ ist wohl einer der klassischen „Hidden Champions“. Laut Geschäftsführer Stephan Huber (44) steigt die Zahl der Anwendungen unablässig, bei denen man die kleinen Antriebsmotoren, die das Unternehmen herstellt, benötigt. „Wir kämpfen nicht mit den Mitbewerbern um einen festen Kuchen, sondern der Kuchen wächst und wir sind überall dabei“, sagt Huber.

Das sieht man am Umsatz, der 2017 rund 33 Millionen Euro betragen werden. Das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Und das sieht man an den Mitarbeiterzahlen, die seit dem Umzug nach Feldkirchen 2011 von 35 auf über 100 und auf über 190 weltweit gestiegen sind. Folglich muss erweitert werden, kürzlich war Spatenstich.

Benno Wimmer und zwei seiner Kollegen hatten „Nanotec“ 1999 in Pegnitz gegründet. Nach einigen Umzügen über Finsing und Landsham siedelte „Nanotec“ in Feldkirchen an. Von Anfang an wurden Motoren und Steuerungen für hochwertige Antriebslösungen gebaut. Stephan Huber veranschaulicht, wo „Nanotec“-Motoren zum Einsatz kommen: in kleinen und größeren Robotern, die Gepäck, Paletten oder Waren befördern, in automatischen Türen auf zahlreichen Flughäfen, in Laboren, die Blutproben untersuchen, in automatischen Zahnfräsen oder in Bearbeitungsmaschinen für Holz. „Früher ging ein Apotheker mit einem Rezept zu einem seiner riesigen Schränke und suchte aus langen Schubladen das Medikament heraus. Heute scannt er das Rezept ein, und nach wenigen Augenblicken fällt die Tablettenschachtel aus einem Schacht auf seinen Tisch. Dazu sind natürlich unzählige kleine Motoren notwendig“, sagt Huber.

In der Entwicklungsabteilung in Feldkirchen werden Hardware wie auch Software für Motorsteuerungen, Sensoren und kundenspezifische Anwendungen entwickelt. „Wir entwickeln und fertigen etwa 65 Prozent unserer Motoren selbst in Deutschland, nur die große Teilefertigung findet in China statt. Wir sind ein deutsches Unternehmen und vermarkten uns so auch sehr erfolgreich in Asien und Nord-Amerika, sagt Huber. Neben den Mitarbeitern in Deutschland – die aus 20 verschiedenen Nationen stammen – gibt es weitere 80 in den Tochtergesellschaften in ChangZhou in China sowie in Stoneham in den USA.

Der jetzt begonnene Neubau in Feldkirchen soll von Oktober 2018 an auf 1200 Quadratmetern für 40 neue Mitarbeiter auf vier Etagen Platz bieten für Entwicklung, Verwaltung und Produktion. Dazu kommen neue Parkplätze im Erdgeschoss und eine Kantine mit Garten.

„Der Standort Feldkirchen mit seiner Nähe zur Autobahn, zum Flughafen und zur Messe ist ideal. Bus- und sind S-Bahnanbindungen sehr gut“, sagt Pressesprecherin Sigrid Sconto. Und auch neue Mitarbeiter, vornehmlich Ingenieure aus den Sparten Elektronik, Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau, findet „Nanotec“ aufgrund einer engen Partnerschaft und diverser Sponsoring-Projekte mit der TU und der FH München recht problemlos. bert brosch

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