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Die beschauliche Danziger Straße. Links das Haus, das durch einen Dreispänner ersetzt werden soll. Im Vordergrund der rosa Kreis als Markierungs-Punkt für die Drohne. 

Drohnenflug

Nachbarn in Feldkirchen fühlen sich ausspioniert

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In der Danziger Straße in Feldkirchen ist die gute Nachbarschaft empfindlich gestört. Ursache sind Baupläne für einen Dreispänner. Jetzt hagelt es Vorwürfe. Einige Nachbarn fühlen sich sogar durch einen Drohnenflug ausspioniert und haben Anzeige erstattet.

Feldkirchen Herr R. möchte auf dem Grundstück seiner Großeltern in der Danziger Straße ein großes Haus bauen, einen Dreispänner. Über 1,5 Meter höher und mit doppelt soviel Geschossfläche wie alle anderen Häuser um ihn herum. Die wurden Ende der 1960er-Jahren als sozialer Wohnungsbau errichtet und sind bis heute Ein- oder Zweifamilienhäuser. Die Gemeinde Feldirchen befürwortet den Bauplan, eine Reihe von Anwohnern widerspricht energisch. Damit beginnt eine Reihe von Vorwürfen, Anzeigen und Ängsten.

Die beiden Wortführer der Gegner, Herr K. und Frau G., betonen, dass sie nichts persönlich gegen den Bauherrn haben. „Den kennen wir schon als Kind. Wir wollen keinen Streit mit ihm – uns geht es nur um gleiches Recht für alle. Wir verstehen nicht, warum die Gemeinde nur die Gegenseite unterstützt“, sagt Herr K. wütend. Seine Nachbarin G. berichtet, dass sie mittlerweile das gesamte Haus voll habe mit alten Plänen, Akten, Schreiben und Belegen aus fünf Jahrzehnten. „Wir müssen der Gemeinde ja beweisen, dass ihre Aussagen nicht stimmen – das Ganze macht uns richtig krank.“

Drohnenflug erbost Nachbarn 

Bereits 2010 hat Herr R. erstmals den Antrag für das große Haus gestellt, das wurde damals vom Landratsamt abgelehnt, weil zuerst der Bebauungsplan 50 für mehrere Straßenzüge geändert werden müsste. Nun stellte R. Ende 2016 noch einmal den Antrag. „Die Gemeinde will es genehmigen, weil sie nachverdichten will. Dieses Haus wäre der erste Schritt und würde alle Schleusen öffnen“, sagt Herr K. Laut Frau G. habe Bauherr R. dieses Mal argumentiert, alle anderen Häuser seien ebenfalls schon viel höher und im Lauf der Jahre aufgestockt worden. Das Landratsamt habe ihn aufgefordert, das nachzuweisen.

„Daraufhin hat er Fotos von allen unseren Häusern machen lassen: am Boden, mit Autos und mit einer Drohne. Die hat aber, obwohl verboten, Bilder von uns privat im Garten gemacht, die stand in etwa 25 Meter Höhe lange über jedem Haus“, schimpfen die beiden Wortführer der Neubaugegner.

Bauherr hatte Genehmigung 

Bauherr R. bestätigt Aufnahmen mit einer Drohne, aber von Verstößen gegen Privatsphäre oder Ähnliches könne keine Rede sein. Er habe die Aktion bei der Gemeinde angemeldet, was Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) auch bestätigt.

„Wir wurden nicht gefragt, hätten niemals zugestimmt und haben daher den Nachbarn und die Firma angezeigt“§, sagen Herr K. und Frau G. „Ein altes Nachbarehepaar hat seit den Foto- und Filmaufnahmen Panikattacken und befürchtet Einbrüche“, erzählt Frau G.

Eines zumindest haben die Gegner des Neubaus erreicht: Auf Antrag von Michael Burger (SPD) hat der Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan für das Gebiet 50 rasch zu überarbeiten. Laut Bauamtsleiterin Dagmar Leiter wäre der sonst erst in etwa drei Jahren dran gewesen. Ob er aber wirklich im Sinne aller Nachbarn geändert wird?

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