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Ein Geisterhaus: Seit fünf Jahren steht das „Bräustüberl“ an der Hohenlindner Straße leer und was von dem Haus übrig geblieben ist, passt nicht zu den Neubauten in der Nachbarschaft. 

Neues Konzept für alten Schandfleck

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Seit fünf Jahren tut sich nichts beim „Bräustüberl“ an der Hohenlindner Straße in Feldkirchen. Das Haus steht leer. Ob sich das bald ändert?

Feldkirchen – Die Geschichte des Gasthofs „Bräustüberl“ an der Hohenlindner Straße in Feldkirchen ist lang und wechselhaft. Seit fünf Jahren steht das Haus leer. Viele Bürger und Gemeinderäte hielten es heute für einen „bautechnischen Schandfleck“, wie der Leiter der Rathaus-Geschäftsstelle, Heinz-Josef Reiser sagte.

Das Haus gehört der Brauerei Aying. Inhaber Franz Inselkammer ist sich bewusst, wie schlecht der optische Eindruck des Gebäudes ist, angrenzend an ein Neubauviertel am Brauereiweg und direkt gegenüber eines modernen Einkaufsmarktes. Er sagt: „Wir würden sehr gerne wieder ein Bräustüberl mit Hotel und Biergarten eröffnen. Aber wir haben noch keine Lösung gefunden, um den Lärm zu reduzieren.“

Ursprünglich gehörte das gesamte Gelände, rund 18 000 Quadratmeter, der Xaver-Münch-Bräu. Diese hatte im Jahr 1932 eine 1904 gegründete, kleine Weißbierbrauerei gekauft und kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 1970 kaufte die Dortmunder Union Bräu die Braustätte samt Mälzerei und Bräustüberl, zehn Jahre später übernahme die Ayinger Brauerei. Heute stehen auf dem Gelände ein Edeka-Markt samt Filialen der Bäckerei „Wünsche“ und der Metzgerei „Vinzenz Murr“ sowie, ein paar Meter nach hinten versetzt, 121 Wohnungen in großen Blocks.

Das „Bräustüberl“ hatte 1906 der Weißbierbrauer Johann Rauscher gebaut. Besitzer, Pächter und Ausrichtung wechselten im Laufe der Jahrzehnte rasant: Weißbierausschank, Limonaden, Kaffeehaus. Immer wieder wurde der Ausschank sogar ganz verboten, offiziell, weil kein Bedarf neben fünf anderen Gaststätten in Feldkirchen bestehe. Inoffiziell, so berichtet die Chronik der Gemeinde, war es der pure Existenzkampf der Gastwirte gegeneinander mit fortlaufenden Anträgen und Eingaben in den Gemeinderat. Im Jahr 1962 wurde das „Bräustüberl“, das längst ein beliebtes bayerisches Gasthaus mit Fremdenzimmern war, an Eugen Fürst von Oettingen-Wallerstein verkauft, sieben Jahre später dann von der Ayinger Brauerei zurück erworben. Geplant war danach immer ein modernes Restaurant, woraus jedoch nie etwas wurde. Vor fünf Jahren war schließlich ganz Schluss. Seither sind die Fenster vernagelt, dafür häuften sich immer mehr Unrat und alte Fahrzeuge auf dem Parkplatz an, während direkt daneben hochmoderne Bauten entstanden. Mittlerweile sind mehrere Autowracks vom Parkplatz entfernt. „Ansonsten haben wir als Gemeinde keine Einflussmöglichkeit. Das Haus und das Gelände gehören der Ayinger Brauerei, so lange die keinen Bauantrag stellen, können wir nichts tun“, sagte Reiser. Vor einem Jahr habe es zwar eine unverbindliche Anfrage gegeben, seither habe er nichts mehr gehört.

Franz Inselkammer bestätigt das Interesse seiner Brauerei an einer weiteren Nutzung. „Wir wollen dort gerne ein bayerisches Bräustüberl samt kleinem Hotel und Biergarten betreiben. Doch unsere ersten Pläne machten schnell klar, dass die Geräusch-Emissionen vom Parkplatz und vom Biergarten zu großen Problemen mit der Nachbarschaft führen könnten. Seither suchen wir nach der Lösung.“

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