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Max H. und Susanne J. vor ihrem Wohnwagen in Taufkirchen: Sie zeigen die Seite, auf der die tz über das Pärchen berichtete.

Welle der Hilfsbereitschaft

Obdachloses Paar mit Hunden: Wir können wieder lächeln

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Kein Vermieter wollte sie - weil sie zwei Hunde haben. Nun können Susanne J. und ihr Lebensgefährte wieder lächeln. Dank unseres Berichtes können sie vielleicht schon bald raus aus dem Wohnwagen.

Feldkirchen - Am Wochenende ist Susanne J. mit einem Lächeln eingeschlafen. Ein Gefühl, das sie schon gar nicht mehr kannte… Der Grund dafür ist die Welle von Hilfsangeboten nach dem tz-Bericht von vergangener Woche. „Nie hätten wir gedacht, dass uns der Zeitungsbericht so weiterbringen würde. Dass wir so viele Hilfsangebote bekommen und damit wirklich die Chance, in der Gesellschaft Fuß zu fassen und ein normales Leben zu führen“, sagt Susanne J. Die Hoffnung darauf hatte sie schon aufgeben.

Denn die 39-Jährige lebt mit ihrem Lebensgefährten Max (33) und zwei großen Hunden seit Monaten in einem Wohnwagen am S-Bahnhof Feldkirchen. Sie hat wegen einer schweren Kindheit psychische Probleme, Max hat eine Depression überwunden und bekommt Erwerbsunfähigenunterstützung, hat aber sonst kaum Halt im Leben. Ihre ehemalige Wohnung haben die beiden verloren. Es gab Ärger mit den Nachbarn – vor allem wegen der zwei Hunde: So unterschrieb Susanne J. einen Aufhebungsvertrag und verlor damit die Wohnung. Eine neue Bleibe fanden die zwei nicht mehr, wegen der Hunde wollte sie kein Vermieter nehmen. Auch in eine Obdachlosenunterkunft können sie nicht, denn dazu hätten sie ihre Hunde abgeben müssen. Dabei sind es die Hunde Acca und Agro, die ihnen immer wieder Lebensmut geben. „Sie sind unser Familienersatz, sie stehen uns bei und geben uns das Gefühl, gebraucht zu werden. Ohne die Hunde geht es nicht“, sagt Susanne J.

Das ist das ­Problem (beziehungsweise die zwei Probleme): Die Hunde Acca und Agro sind für viele Vermieter ein Hinderungsgrund. Susanne J. und Max H. haben deshalb bisher keine Wohnung gefunden – und im Wohnwagen ist es eng…

Sie ist froh, dass das auch viele tz-Leser so sehen, die dem Pärchen Zuspruch geben. Leserin Aenn P., selbst aktiv im Tierschutz, schreibt: „Die beiden brauchen eine/n gute/n Betreuer/in und eine Bescheinigung von den behandelnden Ärzten (Klinik), dass die Hunde für sie lebensnotwendig sind.“ Sie rät den beiden, nicht nur in München zu suchen, sondern auch auf dem Land, wo es eventuell mehr Vermieter mit Liebe zu Hunden gibt.

Das Paar hat vier konkrete Angebote von Vermietern bekommen

„Wir sind bereit, den Schritt zu wagen und wegzugehen aus München. Die Enge im Wohnwagen ist auf Dauer nicht auszuhalten“, sagt Susanne J. Vier ganz konkrete Angebote hat sie bekommen. Alle potenziellen Vermieter hat sie sofort angerufen und mit ihnen Termine ausgemacht, um sich kennenzulernen. Da gibt es etwa eine Frau aus Ingolstadt, die selbst einen Hund hat und die beiden aufnehmen würde.

Auch ins Allgäu könnten die ­beiden ziehen. Dort lebt eine 52-jährige tz-Leserin mit einer leeren Dachgeschosswohnung. „Ich habe selbst Hunde und war einmal Mieterin. Ich weiß, was das für ein Gefühl ist, wenn man wegen der Hunde nur Ablehnungen bekommt“, sagte sie im Gespräch mit der tz. In einem Wohnwagen solle kein Mensch leben müssen, „schon gar nicht in Deutschland“.

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