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Die UWV karikiert den Gemeinderat: (v.l.) Alexander Zimmermann, Hans-Peter Thomas, Franz Golibrzuch, Erhard Magori, Steffi Golibrzuch und Andreas Janson.

UWV-Radiessen

Parodie auf den Gemeinderat Feldkirchen

Feldkirchen – Fünf blaue Stühle, ein Kaffeetisch und ein Tipizelt. Mehr brauchte es nicht, um auf der Bühne im Feldkirchner Ludwig-Glöckl-Haus ein Kulturcafé entstehen zu lassen. Die Unabhängige Wähler Vereinigung (UWV) hatte zum Radiessen geladen, samt Starkbier. Bei der UWV gibt es keinen Fastenprediger, sondern ein Theaterstück.

Diesmal im Kulturcafé. Eine Anspielung auf einen Vorschlag der Grünen-Gemeinderätin Simone Krois, die so Flüchtlinge integrieren will. Im Stück bringt sie das Café in ihrer Wohnung unter, weil sie in Feldkirchen keinen Platz dafür gefunden hat. Sie selbst schläft in einem Tipi im Garten.

Die Szene spielt bei der Eröffnung, die auftauchenden Figuren erinnern bewusst an Mitglieder des Gemeinderats. Beispielsweise Bürgermeister Hinundweg (gespielt von Franz Golibrzuch), der vom Namen her Feldkirchens Rathauschef van der Weck ähnelt, oder Hörbi (gespielt von Hans-Peter Thomas), der an den CSU-Ortsvorsitzenden Herbert Vanvolsem erinnert.

Bürgermeister Hinundweg

Zwischen ihnen und Mandi (gespielt von Erhard Magori), eine Anspielung auf den Zweiten Bürgermeister Andreas Janson, entbrennt eine Diskussion über das Ortsgeschehen im vergangenen Jahr. Franz Golibrzuch spielt „Hinundweg“ als bodenständig bayerischen, leicht chaotischen Bürgermeister, der seine Entscheidungen am liebsten ohne den Gemeinderat trifft: „Ihr macht’s Vorschläge, und ich mach’, was I mog.“

Angedeutet wurden auch schon die Bürgermeisterkandidaten für 2020. So beschreibt Hörbi den Wunschkandidaten – sich selbst: Einen „weitsichtigen, warmherzigen, beliebten, sparsamen Bürgermeister.“ Mandi antwortet verzückt: „Ich hätte dir gar zugetraut, dass du so über mich denkst.“

Michael Schön schreibt die Pointen

Auch ernste Töne schwingen mit, nach einem Jahr mit Wortgefechten zwischen Bürgern und Lokalpolitikern im Gemeinderat wegen dem Thema Asyl. Manche Bürger interessierten sich nicht für die Gemeindepolitik, sondern für ihre eigenen Belange, und würden diese lautstark vertreten, so die Kritik.

Die Themen des Spiels ergeben sich aus den tatsächlichen Geschehnissen im Gemeinderat. Während der Sitzungen schreibt Autor Michael Schön die besten Pointen in sein Ipad. Seit 2008 ist er für die Stücke verantwortlich. Anfang Januar fasst er die Sammlung in eine Geschichte zusammen, ab Februar wird geprobt. Jeder der Laienschauspieler interpretiert seine Figur für sich. Richtige Kritik der Gemeinderatskollegen gab es noch nicht, sagt Schön: „Die nehme das alle mit Humor.“

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