Schwere Einbrüche in Feldkirchen und Oberschleißheim

Prozess: Schafzüchter ist Kopf der Bande

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Der Kopf  der Bande muss sich nach zwei schweren Einbrüchen in Feldkirchen und Oberschleißheim vor Gericht verantworten. Nun kommen etliche Details der Taten ans Licht.

Feldkirchen/Oberschleißheim – Seit einer Woche werden die schweren Einbrüche von 2014 und 2015 in eine Tankstelle und ein Fast-Food-Restaurant vor Gericht aufgearbeitet. Am Montag gab der ermittelnde Kriminaler als Zeuge einen Einblick in die Vorgehensweise der Bande und ihre innere Struktur. 

Verhandelt wird aktuell gegen den Kopf (41) der rumänischen Truppe. Der Schafzüchter und Schlosser hatte am ersten Prozesstag vor dem Landgericht München I seine Führungsrolle vehement bestritten. Doch er war bei sämtlichen Einbrüchen dabei gewesen. Er hatte als Einziger das eingesetzte Plasma-Schweißgerät bedienen können, mit dem bei extrem heißer Flamme dickere Metallschichten durchschnitten werden können. Er hatte sich aber auch einen Großteil der Beute gesichert, bevor der Rest unter den Mittätern verteilt wurde. Und zuletzt hatte der 41-Jährige auch den Komplizen gedroht, dass ihren Familien Schlimmes angetan würde, sollten die Mittäter ihn bei einer möglichen Festnahme verraten. 

Im Gegenzug führte der Familienvater ein durchorganisiertes Einbrecherteam. Zunächst einmal wurde in die Gebäude lediglich eingebrochen und gewartet, ob es einen Alarm gab oder ruhig blieb. Zum Tatort war die Bande stets mit einem Auto aus dem Zulassungsgebiet gelangt, um nicht durch ein fremdes Kennzeichen aufzufallen. Anschließend wurden im Gebäude alle Telefonleitungen durchtrennt, Überwachungskameras abgeklebt und Fenster gegen den nach außen dringenden Lichtschein verhängt. Per Handy orderte der Chef das benötigte Werkzeug. 

Das brachte ein Komplize im komplett auseinander genommenen Zustand, um die Polizei bei einer möglichen Fahrzeugkontrolle nicht misstrauisch zu machen. Dann erst begannen die Schweißarbeiten an den mitunter aus den Wänden herausgebrochenen Tresoren. Dabei musste stets aufgepasst werden, dass die Flamme nicht ins Innere der Geldschränke gelangte. „Sonst hat man nur Asche“, bemerkte der Kommissar etwas ironisch. Über die eingelockten Handys hatten sich die Täter schließlich verraten.

Rubriklistenbild: © dpa

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