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Bleibt Baustelle: der S-Bahnhof Feldkirchen. 

Massive Verzögerungen

S-Bahnhof Feldkirchen bleibt gesperrt

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Reisende sind genervt: Der Feldkirchner Bahnhof bleibt weiter dicht. Und auch am Ersatzverkehr gibt‘s Kritik.

Feldkirchen – Maria Maier aus Feldkirchen hat seit 43 Jahren ein MVV-Abo. „Aber ich weiß nicht, wie lange noch. Wann halten am Bahnhof in Feldkirchen endlich wieder S-Bahnen?“, fragt sie völlig entnervt. Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs inklusive Durchstich in Richtung Heimstettener See sollte eigentlich am 7. Mai beendet sein, dann wurde die Sperrung bis 10. Juni verlängert. Nun dauert es noch länger – mindestens bis Juli und ohne jegliche Gewähr. Das teilt die Deutsche Bahn nun mit.

Auch Feldkirchens Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) ist auf die Bahn sauer. „Auch wenn von vornherein feststand, dass mit dem lang ersehnten barrierefreien Ausbau Einschränkungen zu erwarten waren: Was die Feldkirchner Nutzer der S-Bahn erdulden müssen, ist schwer zu ertragen und auch schwer vermittelbar.“ In der Gemeinde geht man nicht nur von Ende Juni, sondern von Ende Juli aus, bis der Bahnsteig wieder benutzbar ist.

Die S-Bahn-Stationen Feldkirchen und München-Riem werden zeitgleich modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Für ein bequemes Ein- und Aussteigen werden die Bahnsteige erhöht, die Unterführungen saniert sowie Aufzüge installiert und Rampen errichtet. Gesamtinvestition: rund 8,1 Millionen Euro.

Seit 23. März alles dicht

Seit 23. März ist der Bahnhof Feldkirchen für diese Bauarbeiten komplett gesperrt, die Fertigstellung verzögert sich jedoch mehr und mehr. „Während der Bauarbeiten tauchten plötzlich Kabel, Rohre und Leitungen auf, die in keinem Plan verzeichnet waren. Dem mussten wir erst akribisch auf den Grund gehen, daher die erste Verzögerung“, erklärt ein Bahn-Sprecher den Hintergrund.

Dann gab es imUmschlagbahnhof Riem einen Unfall, dabei entgleiste ein Güterzug. Da sämtliche Materialien für die S-Bahn-Baustellen auf den Schienen an- und abtransportiert werden, legte die Störung in Riem die Baustellen für zwei Wochen komplett lahm. „Daher verzögert sich die Inbetriebnahme des umgebauten Mittelbahnsteigs in Feldkirchen weiter“, bedauerte der Bahn-Sprecher.

Keine Extraschichten möglich

Zusatzschichten, etwa nachts oder am Wochenende, sind auch nicht möglich, um schnell fertig zu werden. Die Baufirmen im Großraum München sind voll ausgelastet, es gibt weder Personal noch Zeit für Extraschichten. Die Bahn sei froh, überhaupt Baufirmen für Riem und Feldkirchen gefunden zu haben, betont der Sprecher. Für die Umbauarbeiten in Heimstetten und Poing habe man hingegen bislang keine Firmen gefunden. Wann die Bahnhöfe dort umgebaut werden, sei daher vollkommen offen.

Auch SEV nervt

Maria Maier nervt nicht nur die Baustelle, sondern auch der in ihren Augen äußerst mangelhafte Schienenersatzverkehr mit Bussen. „Weil er so schlecht geplant ist, benutzen ihn in der jetzigen Form auch in den Stoßzeiten nur geschätzt drei bis fünf Fahrgäste, manchmal sehe ich Busse mit nur einem Fahrgast fahren“, sagt Maier. Und: „Am Bahnhof in Feldkirchen fährt der 234er Richtung Messestadt häufig zu früh weg, am Rathaus kommt er zu spät an, um das Umsteigen in den 263er-Bus über Heimstetten Richtung S-Bahn Riem ohne Warten zu ermöglichen“, ärgert sich Maier.

Der Sprecher der Deutschen Bahn unterstreicht, dass die Fahrtzeiten der Busse genau berechnet worden seien. „Es kann allerdings passieren, wenn eine S-Bahn 15 Minuten Verspätung hat, dass der Busfahrer losfährt, da er ja an der anderen Haltestelle erwartet wird.“  

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