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Die ersten Schaufeln Erde werfen (v.l.) Andreas Limpert (Projektleiter), Lisa Eberle (Deutsche Bahn), Bürgermeister Werner van der Weck, Mareike Schoppe (Deutsche Bahn) und Ministerialrat Stefan Schell.  

Mitte 2019 fertig

Spatenstich für barrierefreien Bahnhof-Ausbau

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Alles neu heißt‘s am Bahnhof Feldkirchen. Er wird ab sofort barrierefrei ausgebaut. Doch dahinter steckt für die Gemeinde viel mehr.

Feldkirchen – Neue Bahnsteige, Aufzüge und Rampen bescheren dem Bahnhof Feldkirchen ab Mitte 2019 ein modernes Gesicht – und den Fahrgästen mehr Komfort. Der Durchstich nach Norden ist zugleich die Chance, um das Gebiet dort zu erschließen und den Bus-Bahnhof dorthin zu verlegen. Am Mittwoch startete das Projekt barrierefreier Ausbau mit dem symbolischen Spatenstich.

Seit über 30 Jahren bemüht sich die Gemeinde um den barrierefreien Ausbau, damit Bürger mit Behinderung, aber auch Mütter mit Kinderwagen oder Fahrgäste mit Gepäck die Bahnsteige besser erreichen. Die Erleichterung ist Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) beim Spatenstich anzusehen. „Nun gibt es definitiv kein Zurück“, bestätigt Mareike Schoppe, Leiterin des Bahnhofsmanagements München der DB Station&Service AG.

Kritik am Bund

Schon längst hätte der Um- und Ausbau der überlasteten Strecke geschehen müssen, „der Bund hat den Bedarf dennoch nicht gesehen“, kritisierte Stefan Schell von der Obersten Baubehörde des Bayerischen Verkehrsministeriums. Der Freistaat will mit 5,2 Millionen Euro nicht nur den Ausbau beschleunigen, sondern auch ein eindeutiges Signal senden, dass nicht nur die Stadt München und die zweite Stammstrecke, sondern auch das Umland wichtig ist. „Feldkirchen ist dann die achte barrierefreie Station“, sagte Schell.

Die Arbeiten haben schon begonnen.

Der Umbau hat vor wenigen Tagen mit dem Abbruch des 76 Zentimeter hohen Mittelbahnsteigs und dem Einbau einer Hilfsbrücke begonnen. Geplant sind Rampen als Zugangswege, eine Bahnsteigverlängerung sowie der Durchstich zum nördlichen Teil des Areals. Künftig sollen die Fahrgäste über eine Rampe zwischen Bahnhofsvorplatz und Unterführung stufenfrei die Bahnsteige erreichen und, geschützt durch ein 40 Meter langes Bahnsteigdach, in die S-Bahn einsteigen können. Zudem wird ein Blindenleitsystem installiert.

Die Gemeinde betonte stets, dass der Durchstich und der Bau einer nördlichen Rampe unbedingt in den Umbau mit einfließen muss. Diese 25 zusätzlichen Meter lässt sich Feldkirchen knapp 3,7 Millionen Euro kosten. Durchstich und Rampe seien jedoch Geld und Mühen wert, betonte der Bürgermeister. Dadurch eröffnet sich für die Gemeinde die perfekte Erschließung des nördlich angrenzenden Gemeindeteils, und der Bahnhof ist dann vom Dornacher Feld fußläufig zu erreichen. Und „letztlich können wir durch die Verlagerung des Bus-Bahnhofs auch den Bahnhofsvorplatz vom Verkehr entzerren“.

Bahnhof bis 7. Mai dicht

Für den barrierefreien Ausbau sind Sperrungen erforderlich. Bis Montag, 7. Mai, (3.30 Uhr) kann der Bahnhof nicht genutzt werden. Züge können durchfahren, aber nicht anhalten. Als Ersatz fahren Busse im 20-Minuten-Takt vor dem Bahnhof. Voll gesperrt wird die Strecke von 2. bis 5. November. Infos unter www.s-bahn-muenchen.de.

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