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Schauspielerin und Pastorenfrau: Mirjana Angelina in der Rolle der Katharina von Bora. 

Theatertournee

Die starke Frau an Luthers Seite

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Das Schicksal der Katharina von Bora führt Mirjana Angelina (60) in einem Solo-Stück vor Augen. Mit „Katharina Lutherin zu Wittenberg“ tourt sie im Lutherjahr durch Deutschland und ist auch in Ismaning und Feldkirchen zu Gast.

Ismaning/Feldkirchen 16 dramatische Szenen aus dem Leben der Katharina von Bora zeigt das Ein-Personen-Stück von und mit Mirjana Angelina. Die Schauspielerin und Pastorenfrau, die in Feldkirchen das Gospel Art Studio aufgebaut hat, stellt Katharina in 90 intensiven Minuten in verschiedenen Lebenssituationen und Gefühlslagen dar. Das gelingt ihr so authentisch und überzeugend, dass sich der Zuschauer an ihrer Seite die Zeit des Mittelalters zurückversetzt fühlt.

Schon 2003, im Jahr der Bibel, hat die Schauspielerin das Stück geschrieben und erstmals in Feldkirchen aufgeführt. Im Jahr des Reformationsjubiläums bekommt es große Aktualität: 40 Mal spielt Mirjana Angelina die Katharina – durch ganz Deutschland tourt sie und zeigt ihr Stück unter anderem an historischen Stätten in Torgau oder Wittenberg.

Gründerin des Gospel Art Studios in Feldkirchen

Das Publikum erlebt eine Zeit im Umbruch: Vor dem Hintergrund der Reformation, der Pest und der Bauernkriege ziehen 30 Jahre aus Katharinas ungewöhnlichen Leben vorbei. Der Vater bringt das junge Edelfräulein mit zehn Jahren im Kloster Marienthron unter, damit sie versorgt sei, denn eine Mitgift kann sich die Familie von Bora nicht leisten. Als Katharina erstmals mit Martin Luthers reformatorischen Gedanken in Berührung kommt und seine Schrift „Von der Freyheit des Christenmenschen“ liest, verfasst von dem abgefallenen Mönch, dem Ketzer, erwacht in ihr die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben. Sie flieht mit elf anderen Nonnen, aus dem Kloster. In Wittenberg beginnt ein neues Leben für die junge Frau von etwa 25 Jahren. Und schließlich ist es Katharina, die Luther, dem viel älteren Professor der Theologie, einen Heiratsantrag macht.

60-Jährige überzeugt als junges, verliebtes Mädchen

Mirjana Angelina verkörpert die junge wie die alte Lutherin: Es gelingt der 60-Jährigen sehr beeindruckend, sogar ein verliebtes junges Mädchen überzeugend zu spielen. Katharina kämpft als entlaufene Nonne gegen Verleumdungen, das Paar verliert zwei Kinder. Luther plagen Schuldgefühle angesichts der tausenden Toten der Bauernkriege: „Ob es recht war, den Frieden der Kirche zu stören?“ Als Mutter von sechs Kindern führt Katharina Haus und Garten und eine sogenannte Burse, eine Studentenpension. 30 bis 40 Personen versorgt sie täglich.

Für Luther wird sie ein echtes Gegenüber, und obwohl die Ehe zunächst nicht aus Liebe geschlossen wurde, erfährt der Zuschauer wie das Paar in guten und schlechten Zeiten in inniger Liebe verbunden ist: „Herr Käthe“ nennt Luther seine fortschrittliche Frau oder „Morgenstern von Wittenberg“. Sie gibt ihm den Kosenamen „mein altes Liebchen“. Doch Katharina kämpft „an der Seite dieses Naturereignisses von Mann“ mit Geldsorgen: 13 Jahre arbeitet Luther an der Übersetzung der Bibel, und sie muss schauen, wie sie die große Familie ernährt. „Wenn ihr nur einmal von eurem Alten Testament aufschauen würdet!“ Sie fordert, dass Luther Geld für seine Schriften verlangt: „Das Evangelium ist schon wichtig, aber wichtig ist auch, dass wir leben können“, sagt die im Stück.

Selbst- und Zwiegespräche

Alle Szenen sind als Selbst- und Zwiegespräche konzipiert, das ist künstlerisch anspruchsvoll und auf der Bühne auch physisch anstrengend. Das Team von Mirjana Angelina sorgt im Hintergrund mit eingespielten Geräuschen und Lichteffekten für eine multimediale Show.

Die wunderbare Sprache des Stücks, in dem Mirjana Angelina Zitate aus den Briefen von Luther und Katharina einfließen lässt, nimmt den Zuschauer gefangen: Die menschliche Seite der Reformation wird erlebbar durch das Miteinander von Mann und Frau. Der Zuschauer erlebt, wie in all den Höhen und Tiefen Katharinas Glaube sie trägt.

Aufführungen in und um München:

Unter anderem ist das Stück am Freitag 24. Februar, um 19 Uhr in der Martin-Luther-Kirche in Giesing zu sehen, Martin-Luther-Str. 4. Am Freitag. 10. März, 19.30 Uhr, in der Blackbox in der VHS in Ismaning, Mühlenstraße 15.

Am Vorabend des Reformationsjubiläums am Montag, 30. Oktober, 19.30 Uhr, im Rathaussaal Feldkirchen, am Rathausplatz 1.

Empfohlen ist das Stück ab 14 Jahre.

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