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Viele Busse, viel Verkehr: Durch die Einbahnstraßen-Regelung verdoppelte sich der Verkehr in der Emeranstraße.  

Trotz Anwohner-Protest in Feldkirchen

Einbahnstraßen bleiben

„Eine Katastrophe“ sagen die Anwohner. Ihr Protest war aber erfolglos. Die Sonnen- und Bahnhofstraße bleiben Einbahnstraßen.

Feldkirchen– Vor einem Jahr wurden die Sonnen- und die Bahnhofstraße probeweise für ein Jahr zu Einbahnstraßen erklärt. Eine Katastrophe, finden viele Anwohner. Nun sollte diese Regelung verlängert werden. Daraufhin kamen Anlieger beider Straßen zahlreich zur Gemeinderats-Sitzung – mit Unterschriften gegen diese Regelung. Doch zwei Gutachten machten die Hoffnung der Anlieger zunichte. Der Gemeinderat hat sie um ein weiteres Jahr verlängert.

Im Zwei-Minuten-Takt rauschen die Busse vor dem Haus von Sabine Warm in der Emeranstraße vorbei. Da auf beiden Seiten geparkt werden darf, müssen alle Busse kurz warten und danach wieder beschleunigen. „Wenn ein Bus Gas gibt, da wackeln bei uns die Scheiben, und alles dröhnt in der Wohnung“, sagt Warm. Zwischen 18 und 20 Uhr, so erzählt sie, dauere es fast eine Viertelstunde, bis sie vom Grundstück fahren kann, weil sich Bus an Bus, Lkw an Lkw reihe. „Laster und Autos fuhren schon immer durch, aber nicht die Busse. Das ist totaler Wahnsinn in der Früh und am Abend“, empört sich die Anwohnerin. Findet eine Messe statt, stehe erst recht alles still, regelmäßig würden Seitenspiegel parkender Autos abgefahren.

Gleiches berichtet Leo Mazak aus der Sonnenstraße. „Die Einbahnstraße ist eine reine Katastrophe. Ich komme nicht weg von meinem Grundstück. Wenn ich zurück will in meine enge Einfahrt, hupen schon zwei riesen Busse hinter mir.“ Reinhard Mulzer berichtete stellvertretend für viele Anwohner aus der Bahnhof- und Emeranstraße vom täglichen Verkehrskollaps. „Wir haben Unterschriften gegen die unsinnige Einbahnstraßen-Regelung gesammelt.“

Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) nahm den Protest zur Kenntnis. Aber: „Wir können die Verkehrsmenge nicht begrenzen, das könnte nur der MVV. Doch der will leider nicht. Daher haben wir mit dieser Regelung versucht, den Verkehr gerechter zu verteilen, das ist uns nicht überall gelungen.“

Tom Seufert vom Planungsbüro Obermeyer bilanzierte nach Verkehrszählungen im Sommer 2016: Vor der Einbahnstraßen-Regelung fuhren in den betroffenen Straßen täglich 1000 bis 1500 Autos sowie bis zu 130 Lastwagen und Busse. „Die Belastung mit Autos blieb mit den Einbahnstraßen gleich. Stark zugenommen haben die Busse, auch durch einen neuen Plan.“ Der Verkehr in der Emeranstraße wuchs jedoch enorm – auf 3500 Autos und 505 Lkw/Busse täglich. „Das ist die stärkste Belastung“, sagte Seufert. Dominik Prislin vom Ingenieur-Büro Greiner fügte hinzu: „Nirgends wird der zulässige Maximalwert überschritten oder gibt es Anspruch auf Schallschutz.“ Mit der Empfehlung, intensive Gespräche mit dem MVV zu führen, damit die Busse über die Hohenlindner Straße fahren, wurde die Regelung um ein Jahr verlängert.

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