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Der kleine Alex aus Feldkirchen (links) braucht dringend Hilfe. Darum haben Verwandte und Freunde eine Typisierungsaktion für den Buben organisiert. Niclas de Bortoli (rechts) hat mit seiner Stammzellen-Spende schon einmal ein Leben gerettet.

Typisierungs-Aktion für Alex: Jeder hat das Recht zu leben

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Feldkirchen - Der kleine Alex aus Feldkirchen leidet unter einer seltenen Autoimmunkrankheit - und braucht dringend einen Stammzellenspender. Eine Typisierungsaktion findet am Sonntag, 11. September, in der Mehrzweckhalle Feldkirchen statt.

Am Sonntag, 11. September, sucht der kleine Alex aus Feldkirchen seinen ganz persönlichen Helden, der ihm mit einer Stammzellenspende das Leben retten kann. Einen solchen Helden hat Ende April ein 28-jähriger Norweger in dem Münchner Niclas de Bortoli gefunden. Der heute 19-Jährige hatte sich im vergangenen Jahr typisieren lassen, ,als Rinha aus Aschheim auf der Suche nach einem passenden Spender war. Dem Mädchen konnte de Bortoli zwar nicht helfen, in Skandinavien jedoch fand sich ein geeigneter Patient. Den Namen des norwegischen Spendenempfängers kennt der Münchner nicht. Was er aber weiß, ist, dass er ihm das Leben gerettet hat. Im Interview mit dem Münchner Merkur spricht de Bortoli über eine anonyme Brieffreundschaft nach Norwegen, seinen Weg zum Lebensretter und das Recht zu leben. 

Herr de Bortoli, sehen Sie sich selbst als Held, als Lebensretter? 

de Bortoli: Nein, sehe ich mich nicht. Ich sehe es viel mehr als Selbstverständlichkeit an. Ich freue mich einfach sehr, dass ich das Leben eines Menschen verbessern konnte. Das ist nichts Besonders.

Wissen Sie denn, wie es dem Norweger geht, dem Sie Stammzellen gespendet und damit das Leben gerettet haben?

de Bortoli: Vor zwei Wochen habe ich erst einen Brief bekommen, in dem er mir geschrieben hat, dass er das Krankenhaus wieder verlassen hat und dass es ihm mittlerweile wieder besser geht. Seinen Namen kenne ich leider nicht. Wir dürfen uns zwar anonym Briefe schreiben, aber ich darf weder erfahren, wie er heißt noch wo er wohnt. Es kann ja sein, dass ich in den nächsten zwei Jahren noch einmal für eine Spende für ihn in Frage komme. Nach diesen zwei Jahren bekommen wir dann die Kontaktdaten des anderen.

Den Stein ins Rollen gebracht hat Ihre Typisierung im Zuge der Suche nach einem passenden Spender für Rinha aus Aschheim. 

de Bortoli: Richtig. Auf die Aktion für Rinha bin ich durch Freunde aufmerksam geworden. Persönlich kannte ich sie nicht. Aber die Nachbarin meiner Freundin ist mit Rinha verwandt und hat uns gesagt, dass an dem Termin die Typisierungs-Aktion stattfindet. 

Sie kannten Rinha nicht, Sie kommen auch nicht aus Aschheim: Was hat Sie dazu bewegt, sich für eine Fremde typisieren zu lassen?

de Bortoli: Zum einen dachte ich mir, es wäre natürlich schön, wenn man für Rinha jemanden finden kann, der ihr helfen kann. Zum anderen denke ich mir immer: ’Ich darf leben, ich darf gesund sein.’ Warum sollte das jemand anderes nicht dürfen? Jeder hat das Recht zu leben, jeder hat das Recht gesund zu sein. Wenn es mir einmal schlecht gehen würde, würde ich mich auch freuen, wenn ich einen Spender finde, der mir helfen kann. 

Haben Sie sich vorab informiert über die Typisierung und den Spendenvorgang, oder war es eine spontane Entscheidung? 

de Bortoli: Informiert habe ich mich nicht wirklich. Meine Mutter ist Ärztin und die hat mir erklärt, wie das alles so ungefähr abläuft. Ich habe aber schon früher gesagt, dass ich mich, wenn ich alt genug bin, typisieren lassen will. 

Nachdem Sie den Entschluss gefasst hatten, wie ging es dann weiter für Sie?

de Bortoli: Ich habe mich im Juni 2015 für Rinha typisieren lassen, im Winter habe ich dann einen Brief bekommen, dass ich als Spender für jemand anderes in Frage kommen könnte. Zwei Monate und eine weitere Blutabnahme später kam die Nachricht: Es passt alles. Und ich bin nach Dresden gefahren. Dort wurde mein Blut dann noch einmal untersucht, auf Viren und ob ich komplett gesund bin für die OP. Zwei Wochen später bin ich für die eigentliche Operation noch einmal nach Dresden gefahren. Mit einer Spritze haben die Ärzte mir etwas Knochenmark aus dem Beckenkamm gezogen, und einen Tag darauf durfte ich auch schon wieder gehen. 

Das hört sich dennoch nach viel Aufwand und ordentlich Schmerzen an.

de Bortoli: Nein, gar nicht. Nach der Typisierung kümmert sich die Deutsche Knochenmarksspenderdatei (DKMS) um alles. Die begleiten einen , und man fühlt sich immer geborgen. Zudem hatte ich eine Vollnarkose, daher habe ich nichts gespürt. Danach hat die Stelle vielleicht ein, zwei Wochen wehgetan. Das hat sich angefühlt, als wäre ich beim Sport aufs Steißbein gefallen. Nichts schlimmes. 

Wie war das für Sie, als DKMS Ihnen mitgeteilt hat: ´Herr de Bortoli, Sie kommen für eine Spende in Frage, Sie können jemandem das Leben retten‘?

de Bortoli: Das ist einerseits ein toller Anruf und man freut sich auch wirklich. Andererseits hofft man, dass am Ende auch alles so funktioniert, wie es sein soll, und dass alles passt. Man bangt selber schon extremst mit, dass es dem andere auch wieder gut geht. Meine Freunde und Verwandte haben alle mit mir zusammen gehofft, dass ich letztlich als Spender in Frage komme. -Jetzt braucht Alex aus Feldkirchen ganz dringend eine Stammzellenspende.

Was können Sie den Menschen mit auf den Weg geben, die vielleicht noch unentschlossen sind, ob sie sich am Sonntag typisieren lassen sollen? 

de Bortoli: Machen Sie es! Es ist wirklich kein großer Aufwand. Jeder, der gesund und alt genug ist, sollte es machen. Nein, eigentlich ist es ein Muss. Es gibt keine Ausrede. 

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