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„Alles dröhnt in der Wohnung “ klagen die Anwohner an der Kreuzung Emeran- und Sonnenstraße in Feldkirchen. 

Verkehrsbelastung bringt Anwohner an ihre Grenzen

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Gemeinde und Anwohner suchen verzweifelt nach einer Lösung, die Belastung durch den Busverkehr in der Emeran- und in der Sonnenstraße in Feldkirchen zu reduzieren. Jetzt ist wieder eine Hoffnung zerplatzt. 

FeldkirchenDer MVV bleibt bei der Streckenführung seiner Bus-Linien 235 und 285 in Feldkirchen: Trotz zahlreicher Proteste von Anwohnern und Alternativ-Vorschlägen von Gemeinderäten wird sich vorerst nichts ändern. Die Busse werden weiterhin durch die enge Emeranstraße fahren, bis zur Kreuzung zur Sonnenstraße immer wieder bremsen und anfahren müssen, regelmäßig an der Ampel warten, ehe sie gerade so um die Kurve kommen, meist über den Randstein. Und bis sie dann schließlich im Einbahnverkehr zum Bahnhof fahren können. Zurück geht’s ebenfalls nur in einer Richtung, durch die enge Bahnhofstraße bis zur Hohenlindner Straße. „Wir haben dem Landratsamt und dem MVV immer wieder neue Vorschläge gemacht, bisher haben sie alles abgelehnt“, bedauert Heinz-Josef Reiser, der Leiter der Rathaus-Geschäftsstelle, die Entwicklung.

Anfang 2016 war die Einbahnstraßenregelung eingeführt worden. Rasch führte sie zu massiven Anwohner-Beschwerden. Da in der Emeranstraße auf beiden Seiten geparkt werden darf, müssen alle Busse vom Rathaus bis zur Sonnenstraße immer wieder kurz anhalten und beschleunigen danach wieder. „Da wackeln bei uns die Scheiben, alles dröhnt in der Wohnung“, sagt Anwohnerin Sabine Warm. Zwischen 18 Uhr und 20 Uhr dauere es oft eine Viertelstunde, bis sie vom Grundstück fahren könne, weil sich Bus an Bus, Lkw an Lkw reihe. Während den Messen in Riem stehe erst recht alles still, regelmäßig würden Seitenspiegel parkender Autos abgefahren. Gleiches berichtet Leo Mazak aus der Sonnenstraße. „Die Einbahnstraße ist eine reine Katastrophe. Ich komme nicht weg von meinem Grundstück, wenn ich zurück will in meine Einfahrt, hupen schon zwei riesige Busse hinter mir.“

Viele Bürger haben Unterschriften gegen die Einbahnstraßen-Regelung gesammelt, doch zwei Gutachten aus dem Sommer 2016 ergaben, dass der Verkehr zwar deutlich zugenommen habe an einzelnen Punkten, der zulässige Maximalwert aber nirgends überschritten werde. So wurde die Regelung zwar verlängert, doch mehrere Gemeinderäte hatten den Vorschlag gemacht, die Busse nicht mehr durch die Emeranstraße zu führen, sondern über die breite Hohenlindner Straße und weiter durch die südliche Sonnenstraße zum Bahnhof.

Das Landratsamt ließ der Gemeinde nun aber mitteilen, dass sich „der MVV und die Landkreisverwaltung für die Beibehaltung der aktuellen Linienwegführung ausspricht“. Weil die Gemeinderäte mit dieser Antwort keineswegs einverstanden sind, wurden weitere Möglichkeiten diskutiert, die man noch einmal Landratsamt und MVV vorlegen möchte. Als Hauptproblem wird die enge Kreuzung mit Ampel an der Ecke Emeran-/Sonnenstraße gesehen, vor allem dann, wenn morgens und abends bis zu drei MVV-Busse direkt hintereinander fahren. „Ein Vorschlag ist, dass in so einem Fall die Busfahrer die Ampel ausschalten können, um ein zügiges Abbiegen zu ermöglichen. Die Ampel soll dann bei Bedarf von einem Fußgänger auf Knopfdruck wieder aktiviert werden“, erläutert Reiser. Tom Seuffert von der Firma „Obermaier Bauen + Planen“ teilte den Gemeinderäten jedoch mit, dass die Ampelanlage an der Kreuzung technisch zu alt sei für so eine Lösung.

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