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Reges Interesse herrscht an den Bildern.

23 Feldkirchner stellen im Rathaus aus

"Jedes Bild ist eine Emotion"

Feldkirchen – 23 Hobbykünstler zeigen ihre Bilder im Rathaus, darunter als absolute Neulinge die drei "Erzieher aus dem Hort".

Im ersten Moment ist alles rot. Das Bild wird von dieser einen Farbe dominiert. Erst danach zeigen sich die weiteren Teile des Gesamtwerks: Ein Baum, der seine Blätter verloren hat, Luftballons, ein Mädchen und ein großer Kolibri. Was zuerst keinen offensichtlichen Sinn ergibt, hat einen einfachen Hintergrund: „Ich habe daran gedacht, dass wir eine neue Hortgruppe bekommen, die ‘Kolibris’ heißen wird“, sagt der Feldkirchner Hortleiter Martin Lampl (38). 

Er ist einer der 23 Feldkirchner Hobbykünstler, die für eine Woche ihre Werke im Foyer des Rathauses ausstellen. Zum siebten Mal findet die Ausstellung „Feldkirchner Künstler“ statt, Lampl ist zum ersten Mal dabei. Genauso wie seine beiden Kolleginnen, darunter Doris Fuchs (37). 

Sie hat ihren Chef und eine weitere Kollegin einfach als „Erzieher vom Hort“ für die Ausstellung angemeldet. Jetzt hängen ihre Werke nebeneinander. Fuchs malt in ihrer Freizeit zum „Abschalten. Man ist dann so bei der Sache“. Ihre Bilder sind abstrakt, jeder Betrachter kann in ihnen seine eigenen Aussagen entdecken. Zwei umgedrehte Ausrufezeichen symbolisieren für sie beispielsweise Mann und Frau. Bisher hingen die Bilder bei Fuchs’ Vater im Büro. Der ist jetzt im Ruhestand, daher kann die Sozialpädagogin die Werke ausstellen. 

Einen ganz anderen beruflichen Hintergrund hat Daniela Zagler (39): Sie arbeitet eigentlich in einer Steuerkanzlei. Doch „Bilder kreieren“ – so nennt sie den Vorgang – ist ihre Leidenschaft. Mit selbst entwickelten Spachteltechniken verstreicht sie Acrylfarben auf der Leinwand. Es entstehen Muster, Erhebungen, Flecken. Wichtig ist bei ihr der richtige Moment. Wenn ein Bild im Kopf entsteht, muss sie sofort loslegen: „Jedes Bild ist für mich eine Emotion.“

Auch sie ist in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Ausstellung vertreten. Gehört hat sie davon durch Mundpropaganda, erst seit zwei Jahren stellt sie überhaupt aus. 

Teresa Mc Mullen (48) macht das schon länger. Sie war bisher bei jeder Ausstellung im Feldkirchner Rathaus dabei. Eigentlich ist die Irin Englischlehrerin, in ihrer freien Zeit malt sie aber schon seit zehn Jahren. Dabei nutzt sie Naturmaterialien wie Holzbretter, Baumrinde, Kaffeebohnen. Bedeckt mit gelber oder roter Acrylfarbe. Am Anfang, so sagt sie, waren ihre Bilder eher kritisch, zum Beispiel über Radioaktivität im Meerwasser. Aber das halte auf Dauer niemand aus, meint sie und lacht. Durch die abstrakten Formen ihrer Werke sieht jeder sein eigenes Bild. „Warum die Bilder so werden, wie sie sind, kann ich nicht beschreiben“, sagt Mc Mullen. Ein Wort für ihre Maltechnik hat sie aber im Bayerischen gefunden: „Ich bin so ein Rumbatzerin."

bew

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