Braune Brühe: Wasserwart Harald Urban zeigt den Kindern, wie das Grundwasser vor der Filterung aussieht. Foto: Gerald Förtsch

Ferienkinder lernen im Wasserwerk, warum das Wasser sauber aus der Leitung kommt

Unterschleißheim - Die „Aktion Schöner Ferientag" im Wasserwerk Ober- und Unterschleißheim bereitete den Kindern ein Iiih-, Aaah- und Oooh-Erlebnis. Ersteres setzte ein, als Wasserwart Harald Urban den Wasserhahn aufdrehte und eine braune Brühe herausfloss.

So sieht das Grundwasser aus, bevor es durch die riesigen Filtertanks fließt und am Ende frei von Eisen und Mangan als klares Trinkwasser wieder herauskommt.

Das Aaah-Erlebnis hatten die Ferienkinder bei einem der sieben Brunnen auf dem Gelände. „Ich hätte gedacht, dass er vielleicht 50 oder 100 Meter tief ist“, sagft Angelina (14). Doch der Tiefbrunnen geht runter auf 132 Meter, was die Kinder sehr beeindruckte. Das Oohh-Erlebnis hingegen verursachte eine Katze, die seit kurzem immer wieder durchs Wasserwerk-Gelände streift und bei der Brotzeit etwas abstaubt. „Sie hat sich sogar streicheln lassen“, sagt Jonas (13) und strahl.

Den Tiefbrunnen toppte bei Leon nur ein Anblick: „Am tollsten waren die Dieselmotoren.“ Wasserwart Harald Urban hat's erklärt: Die Motoren sind dafür da, dass der Betrieb auch bei Stromausfall weiterlaufen und die Leute in Ober- und Unterschleißheim auch dann ihr Wasser bekommen. Ob das ein beruhigendes Gefühl für Leon ist, dass das Wasser auch bei Stromausfall aus dem Hahn kommt? Er nahm’s gelassen: „Es gibt ja noch Wasser aus der Flasche.“

Laut Harald Urban werden täglich rund 10 000 Kubikliter Wasser gefördert, damit es dann - dank Kiesel- und Sandfilter trinkbar gemacht - zu den Ober- und Unterschleißheimer Abnehmern gelangt. Ein Kubikliter sind 1000 Liter. Eine vierköpfige Familie verbraucht durchschnittlich 150 Kubikliter lautet die Faustregel - allerdings „merkt man schon, dass die Leute sparsamer mit dem Wasser umgehen“, sagt Harald Urban. Uneins waren sich die Kinder, ob das meiste Wasser fürs Bad in der Wanne oder für die Klospülung drauf geht. Doch Matthias (10) hatte einen gewitzten Spar-Tipp: „Beim Zähneputzen kann man Wasser sparen.“

Drei Mitarbeiter kümmern sich derzeit im Wasserwerk um den reibungslosen Ablauf. Im Dezember soll laut Harald Urban ein vierter hinzukommen, damit keine personellen Engpässe beim Bereitschafts-Schichtdienst sowie in den Urlaubs- und Krankheitszeiten auftreten. Und damit auch weiterhin genug Zeit ist, um Schulklassen und Ferienkinder durchs Wasserwerk zu führen. mf

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