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Der „Bairische Diatonische Jodelwahnsinn“: Josef Brustmann (v.l.), Petra Amasreiter und Otto Göttler unterhielten ihr Publikum mit einem bunten Mix aus Liedern und Geschichten.

Festival in Unterschleißheim

„Jodelwahnsinn“ überzeugt mit Plastiktüten und viel Ironie

Unterschleißheim - Ein Kalauer-Feuerwerk hat der „Bairische Diatonische Jodelwahnsinn“ in Unterschleißheim abgefeuert. Auch der Namensproblematik der beiden Schleißheimer Orte nahm sich das Trio an.

Im kleinen Zelt des Unterschleißheimer Kulturfestivals im Valentinspark gab es kein Entkommen. Jede Regung der Zuschauer konnte schon eine zu viel sein beim Gastspiel von „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“. Das Kulttrio bestehend aus Otto Göttler, Josef Brustmann und Petra Amasreiter spielte nicht nur für das Publikum, sondern vor allem mit dem Publikum. Und genau das machte den Jodelwahnsinn zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Das musikalisch-kabarettistische Trio machte sich den ganzen Abend einen Spaß daraus, den Unterschied zwischen Unter- und Oberschleißheim heraus zu arbeiten. Josef Brustmann bekam am Nachmittag vor dem Konzert von einer Frau schon eine erste Idee: „Unterschleißheim hat ein Kino.“ Und auch die Zuschauer im Zelt durften bei der Lösung der Namensproblematik fleißig mithelfen. Eine Besucherin aus Oberschleißheim betonte etwa stolz, dass Oberschleißheim ja einige Schlösser habe. Brustmann nahm die Vorlage sofort dankend auf: „Schlösser mit Schlüssel oder Zahlenschlösser?“

Der Gründer des Jodelwahnsinns, Otto Göttler, schlug dagegen – wenn auch mit viel Ironie – eine Städtepartnerschaft zwischen dem gut situierten Unterschleißheim und seiner Heimat, dem Münchner Stadtteil Giesing, vor. Das unter anderem aus dem Fernsehen bekannte Trio überzeugte die Zuschauer mit seinem Mitmachprogramm, das wunderbar in die kleine Unterschleißheimer Zeltstadt passte. Die drei Musiker wechselten munter zwischen Gesprächen mit dem Publikum und eigens komponierten bayerischen Liedern.

Ein Klassiker durfte dabei freilich nicht fehlen: das Tüten-Lied. Dabei genoss es Göttler, durch das Zelt zu streifend und den Zuschauern Plastiktüten zu geben, damit die im Takt raschelnd mitmusizieren konnten. Sogar die Menschen „auf den billigen Plätzen“ in der letzten Zeltreihe bekamen noch Tüten ab. Brustmann und Göttler verkörperten die perfekten Alleinunterhalter, die im Gespräch miteinander oder mit dem Publikum reihenweise Kalauer brachten. Und Petra Amasreiter scherzt über die bevorstehende „Hochleistungsshow der Pharmaindustrie“ – eher bekannt als die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, die morgen starten.

Der „Bairische Diatonische Jodelwahnsinn“ war definitiv eine Bereicherung für das Festival und fügte sich ein in die bunte Welt aus Zirkusschule, Nachtflohmarkt und Volksfest im Grünen mitten in der Stadt. Und nebenbei haben die Unter- und Oberschleißheimer ja auch ein paar neue Lösungsansätze bekommen, um ihre so ähnlich klingenden Ortsnamen künftig besser auseinanderhalten zu können.

Nico Bauer

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