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(v.l.) Bürgermeister Matthias Ruhdorfer gratuliert Anja Krause-Pfeifenrath, Michael Westermeier, Marion Westermeier und Georg Lang.

Brennpunkt A 95

Feuerwehr-Kommandant kritisiert Unfall-Gaffer

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Neufahrn - Die A 95 bleibt das Sorgenkind der Feuerwehr Neufahrn: In mehr als 70 Prozent aller Alarmierungen müssen die Retter auf die Autobahn. Kommandant Martin Seitner findet kritische Worte.

Die Autobahn ist nach wie vor das Sorgenkind der Neufahrner Feuerwehr. „Von 32 Einsätzen entfielen 23 auf die A95“, berichtete Kommandant Martin Seitner bei der Jahreshauptversammlung. Und gerade die sind es, die den 46 Aktiven einiges abverlangen. „Nicht nur vom Erlebten her, sondern auch von den Einsatzzeiten.“ 

Seitner erinnerte an den bislang letzten Einsatz an Heiligabend: „Wir wurden gegen 20.30 Uhr alarmiert. Ein Pkw stand in Vollbrand, die beiden Insassen konnten sich zwar aus dem Auto befreien, mussten aber aufgrund ihrer schweren Brandverletzungen mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen werden.“ Erst sechseinhalb Stunden nach dem Alarm konnten die Einsatzkräfte wieder abrücken. 

Diesen Punkt nahm auch Bürgermeister Matthias Ruhdorfer auf. „Die Autobahn ist eine enorme Belastung für alle Ehrenamtlichen, die Bilder sprachen für sich“, sagte er. Ruhdorfer begrüße aufgrund der vielen Unfälle eine Geschwindigkeitsbegrenzung. 

Gaffer zücken bei Unfällen ihre Handys und drehen Filme, die dann im Netz landen

Doch es gibt ein zusätzliches Problem: die Gaffer. „Wieder einmal waren wir auf der A 95“, berichtete Seitner weiter. Ein Fahrzeug war durch die Leitplanke geraten und gegen einen Baum geprallt, ehe es im Grünstreifen zum Stehen kam. Und wie so zücken andere Verkehrsteilnehmer die Handys, schießen Fotos und drehen Filme. „Die erscheinen dann einfach mal so im Netz. Und das kann es nicht sein.“ Um die Opfer besser schützen zu können, hat sich die Feuerwehr Neufahrn extra eine Sichtschutzwand zugelegt. „Die kam hier erstmalig zum Einsatz.“ 

Aber es sind nicht nur die Einsätze, die die Kameraden bewältigen müssen. „Hinzu kommen Übungen, Ausbildung, Wartung und Verwaltung: Unterm Strich waren das 2186 geleistete Stunden.“ Auch für die Vereinsmitglieder war das Jahr gut ausgefüllt: Ausflüge, Tag der offenen Tür, Kreisfeuerwehrtag und Messen. Ebenso gibt es bereits Pläne für das kommende Jahr. „Wir wollen die Mitgliederwerbung verstärken und unser Vereinsheim außen wieder top in Schuss bringen“ sagte Westermeier. So sollen Pflaster und Dachrinnen gerichtet, die Nebeneingangstür zur Fahrzeughalle ausgetauscht und das Fenster zum Speicher vergrößert werden. Doch Westermeier mahnte in Richtung der Gemeindevertreter auch an: „Unsere Fahrzeuge kommen langsam in die Jahre. Irgendwann wird eine Ersatzbeschaffung unumgänglich.“

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