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Fehlende Unterstützung der Gemeinde 

Großer Frust beim Feuerwehr-Kommandanten

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Oberbiberg - Der Frust beim Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Oberbiberg sitzt tief.  Sein Ärger zielt aufs Rathaus.

„Jede Musikkapelle, jeder Chor hat mehr Anerkennung in der Politik als die Arbeit eines Feuerwehrkommandanten. Und wenn es um ein neues Gerät geht, habe ich den Eindruck, dass es nicht angeschafft wird, weil man glaubt, ich möchte es für mich“, kritisierte Hubert Schmid.

Nach zwölf Jahren Dienst als Kommandant hat sich bei Schmid einiges aufgestaut. „Es gibt keinen ehrenamtlich Tätigen, der so viel Verantwortung trägt wie der Kommandant einer Feuerwehr. Es geht bei jedem Einsatz um das Leben der Betroffenen und der Aktiven. Da müssen immer schnell die richtigen Entscheidungen getroffen werden.“

Dann folgte der Paukenschlag. Vor der Neuwahl des Kommandanten erklärte er: „Ich mache nicht weiter als Kommandant, nicht weiter für die Anerkennung durch die Politik.“ Nach dieser Schrecksekunde durften die Aktiven allerdings schnell aufatmen: „Wenn ich weitermache, dann nur für euch und wegen euch. Ihr alle habt das Herz auf dem rechten Fleck. Vor allem die Jugend ist sehr engagiert. Da geht mir das Herz auf und die Jugend möchte ich voranbringen.“

So war die Wahl ein klarer Vertrauensbeweis. Einstimmig votierten die 21 anwesenden Aktiven für ihren Kommandanten, der nun weitere sechs Jahre an der Spitze steht. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt ist Peter Oberhauser als Stellvertretender Kommandant. Beide bedankten sich für diesen Vertrauensbeweis und sagten: „In unserer Feuerwehr stimmt es, sind die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt groß.“ Das soll auch so bleiben. Dafür will Schmid alles tun. Gut aufgestellt sei die Ortsfeuerwehr auch für die Zukunft. Acht junge, um die 20 Jahre alte, Aktive sind nach seiner Aussage beste Voraussetzung für die Zukunft.

Bleibt die Anerkennung durch die Politik, die Schmid vermisst: Zu Differenzen war es gekommen, als es um den Kauf einer Wärmebildkamera ging. „Ich brauche die nicht für mich. Notwendig ist sie bei Einsätzen in verrauchten Räumen, um das Leben von Menschen retten zu können“, sagte Schmid. Der Oberhachinger Gemeinderat hatte die Anschaffung abgelehnt. Nur Dank der Spenden von zahlreichen Oberbiberger Bürgern und Gewerbetreibenden konnte das Gerät schließlich gekauft werden. Ausdrücklich dankte Schmid für diese großartige Bereitschaft.

Kreisbrandinspektor Erwin Ettl unterstützte Schmid und appellierte an die Gemeinde: „Eine Wärmebildkamera gehört heute zur Grundausstattung einer Feuerwehr, ist unbedingt notwendig. Es wäre schön gewesen, wenn die Kommune etwas dazu beigetragen hätte.“

Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle versicherte, dass auch in Zukunft die Wertschätzung der Gemeinde für die Arbeit und das Engagement der Feuerwehr vorhanden sei. „Im Namen der Bevölkerung möchte ich dafür danken.“ Er würdigte die Leistungen im vergangenen, „mit 61 Einsätzen außergewöhnlichen Jahr, das viele Herausforderungen brachte“. So waren die Aktiven an drei Tagen gefordert durch den Sturm Niklas, aber auch im Sommer bei Flächenbränden und bei der Notlandung eines Segelflugzeuges. Am Ende der Versammlung wurde Stephan Driesen zum Löschmeister befördert. „Er hat es sich verdient durch sein herausragendes Engagement“, lobte Schmid.

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