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Richtigen Unterricht mögen die Schüler nicht, Schule an sich ist aber durchaus chillig.

Schultheater

Die „Feuerzangenbowle“ am Lise-Meitner-Gymnasium

Unterhaching - Der Schulfilm boomt. Und es wäre wirklich nicht verwunderlich, wenn eine Neuverfilmung der „Feuerzangenbowle“, des kultigen Urgroßvaters aller Pennälerstreifen, schon längst in Planung wäre. Die Theatergruppe des Lise-Meitner-Gymnasiums Unterhaching (Unterstufe/ Mittelstufe) hat sich des Themas angenommen und präsentierte eine moderne, lustige und kurzweilige Fassung des Schwarz-Weiß-Klassikers.

Der Text wurde von Deutsch- und Theaterlehrerin Ursula Honisch völlig neu und den Darstellern auf den Leib geschrieben, aber die Streiche sind natürlich original. Und so hecken der „Schüler“ Pfeiffer (Maxime Péré) und seine Freunde einen Coup nach dem anderen aus, um ihre Lehrer so richtig zu ärgern. Denn: „Richtigen Unterricht mögen die meisten Schüler nicht, aber Schule an sich ist cool!“ 

Eine rote Flüssigkeit brodelt bereits beim Einlass verheißungsvoll auf der Bühne – die Feuerzangenbowle, nach deren Genuss bekanntlich beschlossen wird, den Kollegen Pfeiffer („mit drei f – eins vor dem ei und zwei hinter dem ei“) wieder in die Schule zu schicken. Und so kommt es, wie es kommen muss: Da wird mit Papierkugeln geworfen, um den Rest der Stunde möglichst sinnfrei – nämlich mit der – erfolglosen – Suche nach dem Übeltäter zu verbringen. Ein anderes Mal versteckt die Klasse den Schuh des Physiklehrers, muss den strumpfsockigen Pauker dann aber mitsamt seinem Stuhl ins Direktorat verfrachten. Anschließend versucht man gemeinschaftlich, einen Mitschüler beim Ausfragen zu retten und alle möglichen Methoden des Einsagens auszuprobieren. Das Publikum geht mit Vergnügen mit – ist ihm doch die Situation bestens vertraut. Ein besonderer Höhepunkt ist – wie schon im Film – die Chemiestunde über die „alkoholische Gärung“: Der vom Lehrer mitgebrachte Heidelbeerwein, für die Schauspieler natürlich Johannisbeersaft, macht die Schüler angeblich so betrunken, dass sie heimgeschickt werden müssen. Das Publikum spendet auch hier reichlich Szenenapplaus und amüsiert sich bestens. 

Schließlich wird ein selbstgeschriebenes Schild vor dem Eingangstor gefunden: „Wegen Bauarbeiten muss die Schule heute geschlossen bleiben!“ Vergeblich warten die Lehrer auf ihre Schüler, und der „pädagogische Krisenstab“ (Julia Kerkhoff, Carmen Penning, Marion Juri und Sophie Erben) ringt um Fassung. Der Urheber ist diesmal jedoch nicht Pfeiffer, sondern der stets von den Mitschülern gepiesackte und als „Streber“ beschimpfte Leo (Lorenz Schweizer), der endlich den anderen seinen Mut beweisen will. 

Die furiose Verwechslungsszene, in der sich Tausendsassa Pfeiffer als Lehrerin verkleidet und dem Original schließlich auch noch gegenübersteht, bringt die Zuschauer zum vergnügten Quietschen. Auch die jugendlichen Schauspieler haben sichtlich Spaß und tanzen sich zu Techno-Beats in den Schlussapplaus. (mm)

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