Ausdauernde Vogelschützer: (v.l.) Klaus Bucher, Hans Jakob und Eike Hagenguth beobachten seit 20 Jahren den Vogelbestand in Oberhaching. Jetzt haben sie ihre Ergebnisse in einer Broschüre zusammengefasst. foto: dv

Finken, Meisen schwarz auf weiß

Oberhaching - Seit 20 Jahren beobachten sie den Vogelbestand in ihrer Gemeinde. Jetzt haben drei Oberhachinger Naturschützer die Ergebnisse zusammengetragen - und eine Broschüre herausgegeben.

Welche Vogelarten gibt es eigentlich in der Umgebung und wie entwickeln sie sich über die Jahre? Welche Art ist bedroht und welche vermehrt sich? Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) in Oberhaching sucht darauf bereits seit 20 Jahren Antworten - per Vogelbeobachtungen.

Aus den gesammelten Ergebnissen ist nun eine Broschüre entstanden, die über die Sichtungen und die Entwicklung der einzelnen Arten detailliert Auskunft gibt. „Die Idee dazu ist entstanden, weil uns auffiel, dass immer mehr Vogelarten einfach verschwinden“, sagt Eike Hagenguth, der zusammen mit Klaus Bucher und Hans Jakob das Büchlein herausgebracht hat. „Wir wollten wissen, ob das eine persönliche Wahrnehmung ist oder auf Tatsachen beruht.“

Im Schnitt werden seither 1200 Beobachtungen jährlich gemeldet. Blaumeisen, Buchfinken, Kleiber, Singdrosseln, Spechte und mehr. Zunächst haben die drei Naturschützer Leute im Ort angesprochen, ob sie mitmachen wollen. Schnell waren rund 30 begeisterte Helfer beisammen. Seither gibt es regelmäßige Informationen über die Vogelwelt in Oberhachings Gärten und Wäldern.

Wie sich nun bei der Ausarbeitung der Daten zeigte, gibt es Gewinner und Verlierer unter den Brutvögeln in Oberhaching. So kann man beim „Glücksbringer“ Mehrschwalbe eigentlich nur noch eine größere Brutkolonie bei den Stallungen in Laufzorn finden. „Viele Hausbesitzer schlagen die Nester ab, da sie den Dreck fürchten“, sagt Hagenguth. Dabei wäre es ganz einfach, einen kleinen Balken unterhalb des Nestes anzubringen, um die Verschmutzung zu vermeiden und dem eleganten Flugkünstler zusehen zu können.

Ebenso ergeht es dem Haussperling, der früher weit verbreitet war. Er findet kaum noch Platz zum Brüten unter den Vordächern, da die modernen Gebäude bestens isoliert sind. „Dabei ist es simpel, einen Nistkasten anzubringen“, sagt Hans Jakob. Dank der Vogelbeobachtungen ist der Turmfalke in Oberhaching wieder auf dem Vormarsch. „Nachdem sein Rückzug deutlich wurde, haben wir Nistkästen an den Türmen im gesamten Ort angeregt und tatsächlich werden diese gerne angenommen“, sagt Hagenguth.

Persönlicher Einsatz war auch beim Schutz des Flussregenpfeifers gefragt, der in den vergangenen Jahren von der Isar in die Oberhachinger Kiesgruben umgesiedelt ist. „Wir suchen die kleinen gefleckten Eier, die ungeschützt zwischen den Steinen liegen. Und dank des hilfreichen Besitzers der Grube wird das Areal dann von den Lastwagenfahrern gemieden“, erklärt Hagenguth.

Die Beobachtungen gehen natürlich weiter. Alle Vogelfreunde können ihre Sichtungen der BN-Ortsgruppe übermitteln.

von Birgit Davies

Die Broschüre

mit Tipps rund um den Vogelschutz ist im Internet unter www.oberhaching.bund-naturschutz.de und in der Buchhandlung Kemptner erhältlich. Das Heft ist kostenlos. Aber über eine Spende freuen sich die drei Herausgeber.

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