In Fischerhäuser: Hausbesitzer baut Anwesen in Asylbewerberheim um

Ismaning - Ein Privatmann aus dem Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser baut ein Anwesen im Ort in eine Asylbewerberunterkunft um. Das Landratsamt sei sich mit dem Hausbesitzer, der an die Behörde herangetreten sei, bereits einig, sagt Bürgermeister Alexander Greulich.

Gerüchte im Dorf besagen, dass es sich um ein Anwesen an der Freisinger Straße handelt. Dort war bereits in den 90er-Jahren ein großes Asylbewerberheim.

Konkrete Zahlen liegen der Gemeinde Ismaning noch nicht vor. Da das Angebot von einem Privatmann kommt, hält sich Bürgermeister Greulich bedeckt: „Im Ortsteil Fischerhäuser wird ein Gebäudebestand umfassend saniert und bezugsfertig eingerichtet werden, um einer nicht unerheblichen Anzahl von Asylsuchenden Unterkunft bieten zu können.“ So wird es in einem offenen Brief des Bürgermeisters an alle Ismaninger zu lesen sein, der in den Ortsnachrichten veröffentlicht wird. Auf Nachfrage des Münchner Merkur wird Alexander Greulich doch etwas konkreter: Er gehe so von gut 60 Asylbwerbern aus, die in dem Anwesen unterkommen könnten. „An eine dreistellige Zahl glaube ich nicht.“ Im Ortsteil Fischerhäuser wohnen rund 850 Menschen.

Wann genau die Asylbewerber einziehen können, weiß der Bürgermeister nicht. Erst müsse der Hausbesitzer sein Anwesen sanieren.

Derzeit sind in Ismaning rund zwei Dutzend Asylbewerber und neun anerkannte Flüchtlinge untergebracht. Ein Helferkreis unterstützt die Menschen. Die Gemeinde ist sich ihrer Verantwortung bewusst und steht wiederum dem Helferkreis nicht nur finanziell bei.

In seinem Brief richtet Alexander Greulich einen Appell an alle Ismaninger: „Als Bürgermeister appelliere ich auch namens des Gemeinderats erneut an Sie, die humanitäre und christliche Verpflichtung zur Unterbringung von Hilfesuchenden in unserer Ortsgemeinschaft nach Kräften zu unterstützen. Durch Ihre Akzeptanz und Ihr Verständnis für die besondere Situation der Flüchtlinge können Sie dazu beitragen, dass die hilfesuchenden Menschen sich bei uns willkommen fühlen und eine neue Perspektive für ihr Leben finden können.“

Im Landkreis München sind seit August erstmals mehr Asylsuchende durch die Regierung von Oberbayern zugewiesen worden, als freie Plätze in Privatwohnungen oder Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung stehen (wir berichteten). Alle Landkreiskommunen sind deshalb zur Hilfe aufgefordert. gü

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