Landkreis verbietet Glyphosat 

Flammende Reden: CSU-Kreisräte verteidigen Bauern

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Der Landkreis München verbietet den Einsatz des Herbizids Glyphosat auf seinen Flächen. Das haben die Mitglieder des Energiewendeausschusses beschlossen. Für Aufsehen sorgten die Wortbeiträge von zwei CSU-Kreisräten.

Landkreis – Vor dem Hintergrund der Debatte um das Herbizid Glyphosat haben die CSU-Kreisräte und Landwirte Anton Stürzer und Josef Hornburger mit leidenschaftlichen Reden im Energiewendeausschuss des Landkreises ihren Berufsstand verteidigt. „Mich regt auf, dass 97 Prozent der Bevölkerung scheinbar besser als wir wissen, wie Landwirtschaft funktioniert“, sagte Stürzer, der Kreisobmann des Bauerverbandes ist. Er sprach von einer „Hysterie“, die um das Unkrautvernichtungsmittel entstanden sei. Die Bauern würden zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wir setzen Glyphosat nur als Notnagel ein.“ Sein Fraktionskollege Hornburger sagte, seine Familie bewirtschafte seit Generationen einen Betrieb. Wie seine Vorfahren wolle er der nachfolgenden Generationen „keinen Mergel“ hinterlassen. „Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst.“

Von „Hysterie“ spricht Kreis-Obmann Anton Stürzer. 

Anlass der flammenden Vorträge: Die bundesweite Diskussion darüber, wie schädlich der Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft ist. Der Herbizid steht im Verdacht, krebseregend zu sein. Nun haben die Freien Wähler, ÖDP und Grünen im Kreistag beantragt, Glyphosat auf allen Flächen zu verbieten, die dem Landkreis gehören. Alle Ausschussmitglieder – auch Stürzer und Hornburger – stimmten dem zu. Das Landratsamt soll einen Appell an Städte, Gemeinden, Unternehmen, Vereine und Kirchen in Form einer Pressemitteilung schicken, dem Beispiel des Landkreises zu folgen. Zudem soll die Öffentlichkeit über eine die Nutzung von und möglichen Alternativen zu Glyphosat aufgeklärt werden. Man wolle beispielsweise verhindern, dass sich jemand für seine Hofeinfahrt Glyphosat besorge, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU).

Stürzer und Hornburger störten sich nicht an dem Beschluss, sondern an der grundsätzlichen Debatte. Auch Göbel (CSU) mahnte, es dürfe keine „Sündenbock-Diskussion“ geführt werden. Grünen Kreisrat Oliver Seth (Grüne) sagte in Richtung von Hornbuger und Stürzer: „Ihr könnt nicht mit Billiglohnländern konkurrieren.“ Das sei der falsche Weg. „Die Verbraucher haben keine Lust mehr auf diese Sachen.“ 

rat

Rubriklistenbild: © dpa

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