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In diesem Haus in Ismaning spielte sich das Folter-Drama ab. Noch im September war das Paar gemeinsam auf der Wiesn (r.). 

Täter wollte Geld von Familie erpressen

Folter-Drama von Ismaning: So entkam die Ehefrau ihren Peinigern

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    Johannes Heininger
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Eine junge Frau ist in Ismaning vor laufender Kamera gefoltert und schwer misshandelt worden. Ihr Ehemann wollte so von ihrer indischen Familie 50 000 Euro erpressen. Die 28-Jährige konnte fliehen. Nun ermittelt die Mordkommission.

Ismaning – Folter-Drama am vergangenen Freitag in Ismaning (Kreis München)! Die 28 Jahre alte Anila D. (alle Namen geändert) wurde vor laufender Kamera von ihrem Ehemann Rajesh S. (30) und dessen Bruder Kemal (21) in der gemeinsamen Wohnung schwer misshandelt. Schlimm: Die in Indien lebenden Eltern mussten das Martyrium ihrer Tochter vor dem Bildschirm hilflos mit­ansehen. Rajesh S. wollte 50 000 Euro von der Familie erpressen. Doch Anila konnte flüchten, die Männer sitzen in Haft. Weil sie Anila mit dem Tod bedrohten, ermittelt jetzt auch die Mordkommission.

Verängstigt und mit blauen Flecken am ganzen Körper übersät, bat Anila am Tag nach dem Übergriff Passanten in Unterföhring um Hilfe. Unter dem Vorwand, zur Arbeit zu gehen, konnte die Küchenhilfe aus den Fängen ihrer Peiniger fliehen. Handy und Reisepass hatten ihr Rajesh S. und Bruder Kemal zuvor abgenommen. Zeitgleich ging bei der Polizei ein Hinweis aus Köln ein. Dort lebt ein Bekannter der Eltern des Opfers, die ihn über das informierten, was sie am Freitag während eines Videotelefonats hatten mitansehen müssen. Rajesh S. und sein Bruder haben Anila D. übel zugerichtet. Immer wieder schlugen sie ihr ins Gesicht und gegen den Oberkörper. Die Misshandlungen waren so massiv, dass Anila drohte, ohnmächtig zu werden. Auch Todesdrohungen wurden ausgesprochen.

Noch im September feierten sie gemeinsam auf der Wiesn

Noch im September gab sich das Ehepaar ganz verliebt auf der Wiesn. 

Mit der Gewalt gegen die 28-Jährige wollten die Täter Anilas Eltern zwingen, etwa 50 000 Euro zu zahlen. Das haben erste Ermittlungen ergeben, wie Mordkommissions-Chef Josef Wimmer gestern mitteilte. Hintergrund ist offenbar eine indische Tradition, wonach Eltern nach der Hochzeit ihrer Kinder eine finanzielle Aussteuer an das Paar zahlen. Die Heirat von Rajesh S. und Anila D. liegt erst ein Jahr zurück. Während der 30-Jährige bereits seit zehn Jahren in München lebt, war seine Frau erst vor zwei Monaten aus der Nähe der indischen Metropole Neu-Delhi nach Deutschland gezogen. Die Liebe des Ehepaares schien ernst, in den sozialen Netzwerken teilten Rajesh S. und Anila D. ihr Glück mit Freunden. Noch im September feierten sie gemeinsam auf der Wiesn. Doch beim Geld hört die Liebe für Rajesh S., der bei einer Sicherheitsfirma arbeitet, offenbar auf.

Bereits im Oktober soll es auf offener Straße zu einem Vorfall gekommen sein. Rajesh S. soll seine Anila vor den Augen Fremder geschlagen haben. Dass es bis zur Folter kommen würde, hat wohl niemand befürchtet. Rajesh S. und Bruder Kemal sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Anila D. wird von Beamten des Opferschutzes betreut.

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