Forschende Vorschüler

- Haar - "Da sind ja lauter schwarze Pünktelchen!" Katharina sieht ein wenig aus wie Sherlock Holmes, als sie mit einer Lupe vor dem Auge nah über ein Zeitungsbild gebeugt dasteht. Doch Katharina ist eine Detektivin der besonderen Art: Sie ist Nachwuchsforscherin. Ihre erste Entdeckung: Das Bild besteht aus vielen kleinen Punkten.<BR>

<P>Ihre Kindergartenkameradinnen und -kameraden betrachten mittlerweile schon Nase, Zunge und Augen ihres Nachbarn, den Tisch und ihre eigenen Fingerkuppen mit dem Vergrößerungsglas. Die Mitarbeiter des Garchinger Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik haben den Kindern des Haarer Kindergartens "Sonnenblume" eins ganz schnell beigebracht: Die Lupe ist ein tolles Forschungsinstrument.<P>Das europäisch geförderte Projekt "Pallas Athenae" war zu Gast in der "Sonnenblume", worüber sich Kindergartenleiterin Katharina Winkler besonders freute. "Wir haben uns für das Projekt beworben und uns auf eine Warteliste schreiben lassen", erklärt sie. Ganz nach ihrem Kindergartenmotto "Zeit zu wachsen, Raum zu wachsen - die Welt entdecken" wollte Katharina Winkler ihren Sprösslingen einmal einen ganz besonders lehrreichen Vormittag vermitteln. Und tatsächlich: Das Max-Planck-Insitut sagte zu.<P>"Pallas Athenae" wird nicht nur an Kindergärten, sondern auch an Schulen - von der Grundschule bis hin zum Gymnasium - durchgeführt. Das Ziel: Die Wissenschaft soll öffentlich gemacht werden. Vor allem Mädchen sollen in ihrem Forscherdrang bestärkt werden, denn meistens ab etwa dem zwölften Lebensjahr wenden sich die meisten Mädels von den Naturwissenschaften ab.<P>Lupe, Magnet und Luftballon <P>Das mochte man nicht vermuten, wenn man die kleinen Damen des Kindergartens während der zwei Stunden Forscherarbeit beobachtet: Zusammen mit ihren männlichen Vorschulkollegen hantieren sie mit Lupe, Luftballons oder Magneten, erforschen Energiearten wie Sonne, Wind und Wasser und lauschen gespannt den drei erwachsenen Forscherinnen Elisabeth Wolfrum, Iris Eckl und Petra Nieckchen, die erklären, wie der Strom vom Kraftwerk in den Toaster kommt.<P>Das alles passiert im Antlitz von Albert Einstein, Leonardo da Vinci und Lisa Meitner, die im Hintergrund wohlwollend von einem Plakat auf die Kinder herablächeln. Und wer weiß: Vielleicht befindet sich unter den kleinen Nachwuchsforschern ja ein zweiter Einstein - oder eben eine Frau Einstein.<P>Claudia Erl<P>

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