Forscher aus Neubiberg dringen in Venus-Atmosphäre vor

- Neubiberg - Wenn demnächst mit Hilfe einer Raumsonde der Planet Venus näher erkundet wird, spielt dabei das Institut für Raumfahrttechnik der Bundeswehruniversität Neubiberg eine maßgebliche Rolle. Dessen Leiter Bernd Häusler wurde von der europäischen Weltraumorganisation ESA mit der wissenschaftlichen Leitung und Führung eines internationalen Forscherteams betraut. Das Radio Science Experiment VeRa des Institutes für Raumfahrttechnik untersucht die Atmosphäre und Ionosphäre des Planeten Venus, seine Gravitationsanomalien und die Eigenschaften seiner Oberfläche.<BR>

<P>Die Spannung an der Bundeswehruni steigt. Am Mittwoch, 26. Oktober, startet die Venus-Express-Raumsonde der ESA um 6.44 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan mit Hilfe einer russischen Soyus-Fregat-Rakete in Richtung Venus. Dort angekommen, soll sie den Wissenschaftlern wertvolle Informationen und Antworten auf brennende Fragen liefern. So wollen die Forscher nach Angaben der Bundeswehruni der Ursache des hohen Treibhauseffekts in der Venus-Atmosphäre sowie der hohen Windgeschwindigkeiten in der oberen Atmosphäre auf den Grund gehen. Es wird auch spekuliert, dass eine dünne Schicht von Halbleitermaterial in großen Höhen auf Vulkankegeln vorhanden ist.<P>Die Erforschung des Schwesterplaneten dient nicht zuletzt auch der Gewinnung von Erkenntnissen über die vergangene und zukünftige Entwicklung der Erde. Zur Untersuchung der Venus-Atmosphäre setzen die Wissenschaftler hochstabile Frequenzen ein und untersuchen entsprechende Veränderungen einer elektromagnetischen Welle, die vom Satelliten ausgesendet wird und sich auf ihrem Weg zur Erde durch die Venus-Atmosphäre ausbreitet.<P>Für Bundeswehruni dritter interplanetarer Auftrag <P>Hersteller des Satelliten ist das Unternehmen EADS Astrium in Toulouse. Die ESA hatte die Venus-Express-Mission 2002 als besten Missionsvorschlag ausgewählt. Das Projekt begann sich im selben Jahr zu formieren, der Beginn der Arbeiten am Experiment erfolgte nach anfänglichen Finanzierungs-schwierigkeiten im Jahr 2003. Nach den beiden Beteiligungen an den Missionen Rosetta und Mars-Express ist dies das dritte Mal, dass sich das Institut für Raumfahrttechnik an einer interplanetaren Mission beteiligt.mm<P>

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