Fordert mehr Engagement der örtlichen Vereine: Forstbetriebsleiter Wilhelm Seerieder. Foto: Oliver Bodmer

Forstbetrieb München dampft Naturschutzprojekte ein

Landkreis - Aufgrund der Wirtschaftskrise soll im Jahr 2010 sowohl in der Holzproduktion als auch im Naturschutz massiv gespart werden.

Während in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 166 700 Ster Holz geschlagen wurden, werden es 2010 nur noch 155 200 Festmeter sein. Dies sei „die Menge, die zu einem akzeptablen Preis am Markt unterzubringen ist“, so Seerieder.

Die Pflegefläche der Jungbestände wird von 359 Hektar auf 270 Hektar reduziert – dies sei jedoch aufgrund guter Vorsorge in den vergangenen Jahren kein großes Problem: „Wir haben bisher deutlich mehr getan, als die Vorgaben verlangen. So haben wir uns einen Vorsprung erarbeitet“, sagte Seerieder.

Kritischer wird es aber bei den Gemeinwohlleistungen – also den Themen Naturschutz, Erholung und Wildpark. Während von 2006 bis 2009 bis zu 50 000 Euro jährlich in den Naturschutz geflossen sind, werden es 2010 nur noch 9 000 Euro sein. Dies zeige sich vor allem in einer „Eindampfung der Naturschutzprojekte“ – so müsse etwa die Magerrasenpflege im Perlacher Forst „ohne Fördermittel für ein Jahr ausgesetzt werden“.

Zur Fortführung solcher Projekte setzt Seerieder auf Kooperationen mit örtlichen Verbänden. Er forderte diese auf, „die Tribüne des Zuschauers zu verlassen und auf das Spielfeld zu kommen“. Die Kritik des Isarteilvereins, der Forstbetrieb würde damit die Nachhaltigkeit „abschieben und an der falschen Stelle sparen“, wehrte er ab: „Es geht hier um Kooperation.“ Die Einsparungen seien darüber hinaus auf politischer Ebene entschieden worden.

Der mögliche Bau eines Autobahn-Südrings wird nicht in die Planungen des Forstbetriebs einbezogen. Seerieder habe dazu zwar eine Meinung und sei „sicher nicht begeistert“ von der Idee, dies müsse jedoch von den Behörden entschieden werden. Als staatlicher Betrieb werde der Forstbetrieb München dazu keine Stellungnahme abgeben.

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