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Illegale Listen-Hundezucht in Lagerhalle aufgedeckt - Sie lebten in ihren eigenen Exkrementen

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Von: Lena Hepting

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Eine verletzte Mutter mit ihren Kindern: Jeder von ihnen hat einen aufgeblähten Bauch voller Würmer.
Eine verletzte Mutter mit ihren Kindern: Jeder von ihnen hat einen aufgeblähten Bauch voller Würmer. © Tierschutzverein München

In einer Lagerhalle bot sich ein Anblick des Grauens: Drei Erwachsene Hunde mit vier Welpen lebten in ihren eigenen Exkrementen, offensichtlich zu Zuchtzwecken.

Ein Bild des Grauens bot sich kürzlich der Tierschutzinspektorin des Tierschutzverein München, als sie gegen eine Lagerhalle in Feldmoching-Hasenbergl betrat. Eine Aktivistin hatte den Verein zuvor um Hilfe bei einer Rettungsaktion gebeten. Auch Polizei, KVR und Veterinäramt waren bereits involviert.

Illegale Zuchtanlage aufgedeckt: Tiere leben in qualvollen Umständen

Vor Ort stellte sich heraus, dass hier eine illegale Zuchtanlage von Listenhunden aufgeflogen war. Bei der Haltung handelte es sich nicht nur um ein Gewerbe ohne Genehmigung, sondern um blanke Tierquälerei: In einer großen, dunklen Lagerhalle ohne Fenster, deren Boden mit Exkrementen übersät war, wurden insgesamt sieben Hunde vorgefunden.

Ein erwachsener Deckrüde, eine säugende Mutterhündin und ihre vier Welpen im Alter von etwa zehn bis zwölf Wochen liefen frei. Eine weitere erwachsene Hündin war in einem abgetrennten Zwinger eingesperrt. Ursprünglich sollen es wohl sechs Welpen gewesen sein. Einer muss kurz zuvor verkauft worden sein und einer scheint verschwunden. In beiden Fällen ermittelt bereits die Polizei.

Illegale Zuchtanlage aufgedeckt: Alle Welpen haben von Wurmbefall dick aufgeblähte Bäuche

Die Hunde befanden sich in einem sehr schlechten Zustand: alle Welpen haben von Wurmbefall dick aufgeblähte Bäuche, zudem gab es in der Lagerhalle kein Wasser. Nur im Einzelzwinger wurde ein komplett verdreckter Wassereimer gefunden. Die erwachsenen Hunde zeigen sich bei den Mitarbeitern des Tierheims scheu und ängstlich, zudem haben alle Drei kupierte Ohren – eine grausame Praktik, die in Deutschland verboten ist.

Kupierte Ohren hat jeder der der drei erwachsenen Hunde.
Kupierte Ohren hat jeder der der drei erwachsenen Hunde. © Tierschutzverein München

Die Mutterhündin hat eine klaffende, unversorgte Fleischwunde an der Brust, woher ist nicht bekannt, außerdem eine Ohrenentzündung und abgeschliffene Schneidezähne. Die andere Hündin hat Schürfwunden am Hals, die von einer Kette stammen könnten.

Illegale Zuchtanlage aufgedeckt: Hunde wurden wahrscheinlich aus dem Ausland hineingeschmuggelt

Für die Feststellung der genauen Rassezugehörigkeit muss erst ein Gutachten erstellt werden. Laut Besitzer soll es sich um American Bullys XXL handeln. Diese würden in Bayern nicht unter die Listenhundeverordnung fallen und wären zur Haltung zugelassen. Aufgrund ihres Aussehens besteht allerdings der Verdacht, dass es sich um eine Kreuzung mit Pitbull Terriern oder American Staffordshire Terriern handelt, deren Haltung in Bayern – auch als Mixe – verboten ist.

Die Hunde wurden ohne die vorgeschriebenen Papiere mutmaßlich aus der Türkei oder Bulgarien nach Deutschland geschmuggelt. Weitere Infos sind noch unklar und werden derzeit von den Behörden ermittelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass sie ohne ausreichenden Impfschutz aus einem Drittland stammen, steht ihnen eine mindestens dreimonatige Isolation in Tollwutquarantäne bevor. Innerhalb der EU reicht eine Quarantänezeit von mindestens drei Wochen.

Die armen Fellnasen werden jetzt erstmal im Münchner Tierheim aufgepäppelt. Wie es mit ihnen weitergeht, ob sie nach ihrer Quarantänezeit an liebe- und verantwortungsvolle NeubesitzerInnen vermittelt werden dürfen und falls ja, ob eine Vermittlung auch innerhalb Bayerns möglich ist, hängt noch vom endgültigen Rassegutachten und den Behördenbeschlüssen ab.

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