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München: TierschützerInnen befreien 20 Katzen aus Messie-Haus - Kadaver verwesen zwischen Kot-Klumpen

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Von: Lena Hepting

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20 Katzen wurden aus einer zugemüllten Messie-Wohnung befreit. Sie standen in Kot und Katzenkadavern.
20 Katzen wurden aus einer zugemüllten Messie-Haus befreit. Sie standen in Kot und Katzenkadavern. (Symbolbild) © graphicphoto/Panthermedia

Münchner Tierschützer befreiten vergangene Woche 20 Katzen aus einem Messie-Haus. Die vorab harmlosen Meldung stellte sich später als Alptraum heraus.

Befreiungsaktion im Münchner-Süden: Bilder des Grauens erschütterten die TierschutzinspektorInnen des Münchner Tierschutzvereins und MitarbeiterInnen des Veterinäramts München-Land, als sie am vergangenen Mittwoch aufgrund einer Tierschutzmeldung ein Messie- Haus betraten. Die anonyme Meldung, die ursprünglich beim Veterinäramt eingegangen war, hatte harmlos geklungen. Jemand füttere immer mehr streunende Katzen an, einige davon wirkten zunehmend kränklich. Inzwischen seien es wohl 15 bis 20 Stück. Doch welch massiver Fall von Tierquälerei sich dahinter verbergen sollte, zeigte sich erst vor Ort.

Katzen-Rettung München: Tierschutzverein macht Horror-Fund

Ein altes, renovierungsbedürftiges Haus im Münchner Umland mitten in einer Siedlung. Die Tür war zusätzlich mit einem Stock blockiert worden. Als die InspektorInnen die Tür vorsichtig öffnen wollten, kamen ihnen durch den kleinen Spalt schon hilfesuchende Pfoten entgegen. Zahlreiche Katzen versuchten verzweifelt, durch die Tür zu entkommen. Massiver Gestank nach Ammoniak, Kot und Verwesung schlug den TierschützerInnen entgegen.

Katzenkadaver im Dreck zwischen Kot Tierschutzverein München
Katzenkadaver lagen direkt neben den leeren Futternäpfen und dem vielen Kot. © Tierschutzverein München

Direkt im Eingangsbereich präsentierte sich ein Tablett mit zahlreichen ungefüllten Näpfen, leeren sowie verschlossenen Futterdosen und zwei Katzenkadavern, bis auf die Knochen abgefressen und zerstückelt. Der Boden aller Räume des rudimentär eingerichteten Hauses war übersät mit Kot, der Gestank kaum zu ertragen. Tiere, die nicht versuchten, nach draußen zu fliehen, versteckten sich in den hinteren Räumen.

Verdreckte Futternäpfe Tierschutzverein München Rettung
Die verwesenden Kadaver wurden teilweise bis auf die Knocken abgenagt oder zerstückelt. © Tierschutzverein München

Katzen-Rettung München: Gestank trotz Schutzmaske grauenhaft

Die Katzen reagierten verstört und panisch. Obwohl die erfahrenen TierschutzinspektorInnen sehr behutsam dabei vorgingen, die Katzen einzufangen, waren die armen Tiere kaum zu beruhigen. Immer wieder mussten die RetterInnen sich abwechseln und das Haus verlassen, da der Gestank trotz Schutzmaske nicht lange zu ertragen war. Kaum vorstellbar wie es den Katzen gegangen sein muss, die vermutlich monatelang dort eingesperrt waren. Die Verursacherin war längst in ein anderes Gebäude ausgezogen.

Brownie Katzenrettung München Tierschutz
Brownie ist einer der 20 geretteten Katzen. Sie sucht, wie viele ihrer Artgenossen, ein friedliches Zuhause. © Tierschutzverein München

Zudem war das Arbeiten auf dem rutschigen Kot und in Urin getränkten Boden nicht ungefährlich. Immer wieder stürzten die TierschützerInnen beinahe oder blieben mit den Überziehschuhen am Untergrund kleben. Dabei hatten die Katzen, eigentlich sehr reinliche Tiere, sogar noch versucht an einheitlichen Plätzen ihre Notdurft zu verrichten. Sie hatten selbst in ihrer desolaten Situation noch versucht stubenrein zu bleiben, berichteten die InspektorInnen.

Tierschutzverein München Rettungsaktion Katzen Messie Haus
Hanuta wurde, wie ihre Artgenossen, vom Tierarzt durchgecheckt. Auch sie sucht einen liebevollen Besitzer. © Tierschutzverein München

Zwanzig Katzen haben die RetterInnen aus der Wohnung und der direkten Umgebung befreien können. Woher sie stammen, ist ungewiss. Die Behauptung der Hauseigentümerin, sie wären aus der Umgebung angefüttert worden, ist wohl kaum glaubhaft. Berichte, sowie zahlreiche saubere Transportboxen erwecken den Verdacht, dass es sich teilweise um Abgabekatzen von Internetplattformen handelt, ebenso wie um Fundtiere.

Tierschutzverein München Rettungsaktion Katzen Twix Messie-haus
Twix ist eine wahre Schönheit. Wer kann ihr ein schönes Plätzchen bieten? © Tierschutzverein München

Katzen-Rettung München: Tiere zur Abgabe bereit

Die zwanzig Katzen sind jetzt im Tierheim München untergebracht. Dort werden sie tiermedizinisch versorgt und liebevoll aufgepäppelt. Schon am Tag nach der Befreiung hatten sich viele der Katzen beruhigt und zeigten sich den PflegerInnen gegenüber sehr aufgeschlossen und verschmust. Offensichtlich sind die Tiere dankbar, dem Horrorhaus entkommen zu sein und endlich einen regelmäßig gefüllten Futternapf, einen sauberen, warmen Schlafplatz und liebevolle Zuwendung zu erfahren.

Skittles Katze Rettungsaktion Messie Haus Tierschutzverein München
Skittles wirkt noch ein wenig verschreckt, doch gegenüber den Tierschützern ist sie sehr verschmust. © Tierschutzverein München

Nun wird sich alles zum Guten wenden für die Miezen, denn alle 20 wurden zur Vermittlung in ein neues, artgerechtes und fürsorgliches Zuhause freigegeben. Wer ein solches zu bieten hat und einen oder auch zwei der Stubentiger adoptieren möchte, darf sich gerne direkt in der Katzenquarantäne unter Telefon 089 / 921 000 820 melden.

Katzen Rettung Tierschutzverein München Tier Milky Way Messie haus
Die Samtpfote Milky Way freut sich auf viele Streicheleinheiten und Leckerchen. © Tierschutzverein München

Um die hohen Kosten für die Versorgung und tiermedizinische Behandlung der Katzen (viele von ihnen haben Durchfallerkrankungen, Parasitenbefall, Haut- und Ohrenentzündungen und/oder Katzen-schnupfen) tragen zu können, bittet der Tierschutzverein um Spenden. Alle Spendenmöglichkeiten sowie weitere Infos über die Arbeit des Vereins finden gibt es auf der Homepage des Tierschutzvereins.

Dieses grausame Fall ist nur ein weiteres Beispiel für die gefährliche Tier-Hortung. Oftmals verlieren die Besitzer die Kontrolle über die Fortpflanzung oder handeln als sogenannte „Vermehrer“. Vergangenes Jahr rettete der Tierschutzverein beispielsweise 130 Meerschweinchen und 122 Kaninchen aus schlechter Haltung. Auch der Fund von 400 Mäusen bei einem Münchner Besitzer erschütterte Anfang des Jahres die Tierschützer.

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