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Wunschweihnachtsbaum: Jennifer Heckenstaller hat dieses Jahr 124 Wünsche gesammelt

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Von: Bert Brosch, Lena Hepting

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Jennifer Heckenstaller und viele Vertreter sozialer Einrichtungen
Jennifer Heckenstaller (2.vl.) mit Vertretern von enigen sozialen Organisationen, mit denen sie zusammenarbeitet: (v.l.): Stefanie Haselbeck (Nachbarschaftshilfe), Deniz Dadli (Jugendzentrum Planet O), Jana Schneider und Sandra Becker (AWO). © Brosch

Diese Deko darf gerne vom Baum abgepflückt werden! Jennifer Heckenstallers „Wunschbaum“ steht wieder in Oberschleißheim und wartet auf fleißige Spender.

Zum dritten Mal hat Jennifer Heckenstaller, die in Oberschleißheim ein Schreibwarengeschäft betreibt, ihren „Wunschbaum“ aufgestellt. Er ist randvoll mit Wunschpostkarten. Insgesamt hat sie 124 – zu viele, dass sie alle an den Baum passen würden. Jeder Wunsch darf einen Höchstwert von 30 Euro haben, „dass sie auch erfüllbar sind“, sagt Heckenstaller.

Doch viele liegen deutlich darunter: Eine Dame mit 69 Jahren hätte gerne zu Weihnachten eine „Tagescreme La Mer“, eine vierköpfige Familie würde sich über Einkaufsgutscheine bei DM freuen. Ein neunjähriges Mädchen wünscht sich „irgendein Kuscheltier, einen Teddie oder Hasen, ich habe keine“. Eine achtköpfige Familie bräuchte Einkaufsgutscheine von Hit und eine 39-jährige Frau freut sich „über jede Art von Blumen, die machen mir mein Leben farbiger“. Herzzerreißend ist der Brief eines Seniors: „Ich bin 90 Jahre alt und backe nicht mehr selber.

Jennifer Heckenstaller  mit ihrem Wunschbaum
Zum dritten Mal hat Jennifer Heckenstaller ihren Wunschbaum aufgestellt. 124 Wünsche hat sie erhalten, „es könnten schon noch mehr sein, es gibt noch viel mehr Bedürftige - aber Corona bremst auch das leider aus“. © Brosch

Ich esse sehr gerne Weihnachtsplätzchen, kann mir aber keine kaufen. Wenn mir jemand ein paar backen würde, das wäre meine schönste Freude.“ Auch Jennifer Heckenstaller muss beim Lesen einzelnen Karten immer wieder eine Träne verdrücken. Sie arbeitet mit zahlreichen Sozialeinrichtungen und Helferkreisen in Oberschleißheim zusammen, unter anderem AWO, Schleißheimer Tisch, Nachbarschaftshilfe, Jugendzentrum Planet O sowie den Sozialeinrichtungen der Gemeinde. „Jede Organisation hat die Möglichkeit, zehn Personen oder Familien auszusuchen und die anzusprechen, denn die wissen ja am besten, wer wirklich Bedarf hat“, erläutert Heckenstaller. Jede ausgefüllte Karte – natürlich absolut anonym – wird an den Wunschbaum gehängt oder, wenn der voll ist, daneben in ein Körbchen gelegt.

„Jeder, der zu mir in den Laden kommt kann eine Karte mitnehmen, den Wunsch erfüllen, verpacken und vorbeibringen. Ich verteile das an die Organisationen.“ Ihr gehe es nicht um Werbung für ihren Laden, dazu hat sie viel zu viel Arbeit mit dem korrekten Erfassen der Kärtchen. Sie sieht sich als Anlaufstelle und Umschlagsplatz der Weihnachtsaktion „Wenn nach Weihnachten einige vorbeikommen und sich für Buntstifte und Bücher, für ein bisschen Kosmetik oder Spielsachen bedanken – das geht schon immer zu Herzen. So wie das sechsjährige Mädchen, die sich einen eigenen kleinen Schreibtisch, den dazugehörigen Stuhl und Buntstifte wünscht. „Die Karte habe ich spontan genommen und erfüllt. Mir und meiner Familie geht es so gut, da musste ich einfach helfen.“ Sollte einer der 124 Wünsche nicht erfüllt werden, dann hat Heckenstaller einige Firmen als Paten in der Hinterhand, die einspringen würden. „Aber bisher wurde noch immer alles erfüllt.“

Bert Brosch

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