Fotoausstellung: Siedlungs-Spuren aus der Hallstattzeit

Kirchheim - Bei Kanalarbeiten am Hausner Grenzweg ist in diesem Frühjahr ein weiteres mittelalterliches Gräberfeld aufgetaucht. Ab Freitag, 1. August, zeigt das Einwohnermeldeamt in Kirchheim, Münchner Straße 1, einige Fotos der Ausgrabungen. Eine Ausstellung der Funde soll im Frühjahr 2015 im Meilerhaus folgen.

Die Gemeinde Kirchheim hat eine lange Geschichte. Schon 1982 waren über 100 Gräber gefunden worden, die eine Besiedelung rund 500 Jahre vor Christus belegen. Und auch aus dem frühen Mittelalter gibt es Funde: 1980 war ein 4,5 Hektar großer Ausschnitt einer frühmittelalterlichen Siedlung östlich des Hausner Grenzweg untersucht worden; und in diesem Frühjahr wurde bei Kanalarbeiten am Hausner Grenzweg ein weiteres frühmittelalterliches Gräberfeld entdeckt.

Fotos der Ausgrabungen werden ab 1. August im Einwohnermeldeamt zu sehen sein. Im Frühjahr soll dann eine Ausstellung der tatsächlichen Funde im Meilerhaus in Heimstetten stattfinden. „Diese spannende Geschichte unserer Heimat dürfen wir den Bürgern nicht vorenthalten“, betonte Bürgermeister Maximilian Böltl im Rahmen einer Pressekonferenz. Er möchte der Geschichte der drei Ortsteile Hausen, Kirchheim und Heimstetten künftig mehr Aufmerksamkeit einräumen.

Auslöser für die Grabungen waren seinerzeit Luftbildaufnahmen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Die Funde aus den rund 100 Gräbern, vor allem einzelne Gebeine und Grabbeigaben in Form von Schmuckstücken, Waffen und Kleidungsstücken belegen, dass die Gräber aus dem frühen siebten Jahrhundert datieren. Unglücklicherweise waren die Gräber allerdings früh geplündert worden, so dass von den Beigaben nur noch fragmentarische Überreste zu Tage gefördert werden konnten.

Bei den Frauen-Gräbern galt das Interesse der Grabräuber dem Schmuck, bei den Männern waren Waffen und Gürtel vegehrt. „Lediglich das Drahtfragment eines Ohrrings, geringe Reste eines Kammes und einige Perlen haben wir aus den Frauen-Gräbern geborgen“, berichtete Grabungsleiter Stefan Biermeier.

Bei Kanalarbeiten im Frühjahr wurde nun ein gutes Dutzend weitere Gräber am Hausner Grenzweg entdeckt. Beim Aushub eines Kanalschachtes fand das Bauunternehmen Menschenknochen, „es wurde ein Grab angeschnitten“, erklärte Biermeier. 15 Tage lang hat ein Archäologen-Team direkt unter dem Hausner Grenzweg gegraben, fotografiert, kartografiert und dokumentiert. Acht Pfosten, wahrscheinlich Teile eines Nebengebäudes, ein Brunnen sowie 18 Bestattungen kamen zum Vorschein.

Das Grab Nr. 24 stellte sich als ein besonderes heraus, denn hier hatten die Grabräuber nicht gewütet. Die Experten fanden ein komplettes männliches Skelett, zwei Messer, eine Eisenschnalle und Geflügel als Essensbeigabe. Den Todeszeitpunkt vermuten sie um das Jahr 700.

(Mehr zu den Funden lesen Sie am Donnerstag, 31. Juli, im Münchner Merkur).

(sab)

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