Schön logisch: Siemens-Abteilungsleiter Thomas Münnicke zeichnet Nina Wiedemann (15) mit dem „Mädchen für Technik-Preis“ aus. Foto: mcf

Frauen und Technik: Kein Widerspruch

Ottobrunn - Siemens AG zeichnet die Gymnasiastin Nina Wiedemann aus Ottobrunn aus

Ottobrunn - Für manchen Schüler bleibt das Physikbuch ewig eines mit sieben Siegeln. Nicht so bei Nina Wiedemann (15) aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Schülerin am Gymnasium Ottobrunn. „Naturwissenschaften sind so schön logisch“, sagt sie. Ihr Notendurchschnitt in den Fächern Mathematik, Physik, Biologie, Chemie und Informatik liegt bei 1,28. Dies brachte ihr nun den „Mädchen für Technik-Preis“ der Siemens AG ein. Dabei ist sie alles anderer als ein Naturwissenschafts-Nerd.

Siemens verleiht den „Mädchen für Technik-Preis“ jährlich an zwölf Schülerinnen der Mittelstufe in Bayern. Das Unternehmen will damit die Begeisterung der Mädchen für naturwissenschaftlich-technische Fächer wecken. Dahinter steht die Hoffnung, dass sie sich später für einen entsprechenden Beruf entscheiden. Denn: „Siemens gehen die jungen Damen ab“, wie Thomas Münnicke, Abteilungsleiter Vertrieb für Bayern, sagt. Der vielfach beklagte Mangel an weiblichen Führungskräften, gerade im technischen Bereich, ist in seinen Augen keine Mär. „Schauen Sie doch: Kein Produktions-, Fertigungs- oder Entwicklungsvorstand ist bei uns eine Frau“, sagt er.

Für Nina Wiedemann war der Anreiz, sich anzustrengen, ihr eigener Ehrgeiz. Dass Siemens den Preis auslobt, wusste sie nicht. „Sonst hätte ich mich vielleicht noch ein bisschen mehr reingehängt“, sagt sie. Wenn Nina zu Beginn des nächstens Schuljahrs in die Q 11 kommt, darf sie einige Fächer abwählen. Wie viele Mitschüler neben dem Pflichtfach Mathe nur noch eine Naturwissenschaft zu belegen, kommt für sie nicht in Frage. Ihr Taschengeld bessert sie sich auf, indem sie Nachhilfe in Mathematik gibt. Wenn sie „was zum Knobeln entdeckt“, passiert es schon einmal, dass sie etwas länger daran sitzt. „Wenn ich eine Aufgabe anfange, will ich auch zu einem Ergebnis kommen“, erzählt Nina.

Für ihre gute Leistung überreichte Münnicke ihr „einen Zettel hinter gerahmtem Glas“, ein Buch und einen iPod. Nach dem Abitur für ein Unternehmen wie Siemens zu arbeiten, kann sich Nina Wiedemann gut vorstellen - ob es tatsächlich dazu kommt, wird sich zeigen. Denn sie interessiert sich auch für andere Dinge als Naturwissenschaften. Mag Literatur und Journalismus, spielt Handball und Tennis, reitet. In den Sommerferien verbringt sie drei Wochen bei Bekannten im US-Bundesstaat Arkansas - und geht dort auf die Highschool. (mcf)

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