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Freikarten für die Bayernfans des Behindertentreff

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- Briefe an die Führungsetage des Clubs zeigen Wirkung - Riesenfreude im B&N-Treff

Haar (erl) - Moni wird ihre Fankluft anlegen, ihre Freunde vom Behinderten-Nichtbehinderten-Treff Haar (B&N-Treff) mit rot-weißen Schals und Trikots ausstaffieren - und dann werden sie den FC Bayern im Olympiastadion anfeuern beim Spiel gegen den FC Köln am 29. November. 18 Freikarten hat der Rekordmeister den Haarer Behinderten und ihren Begleitern geschickt, mit dem Beisatz, der Verein hoffe, damit eine kleine Freude gemacht zu haben. Eine Riesenfreude sogar, hat sich Hannes Leitner, Leiter der integrativen Gruppe aus Haar, doch monatelang um die Karten bemüht, Briefe an die ganze Führungsetage geschrieben, von Präsident Franz Beckenbauer über Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeness bis zum Maier Sepp.

Traurig hatte es begonnen, Moni wischte sich Tränen mit ihrem Fanschal aus den Augen. Keine Karten für den B&N-Treff Haar, hieß es zunächst, vor der Brief-Aktion. Die auf einen Block des Olympiastadions limitierten 2,50-Euro-Karten für die behinderten Fans und ihre Begleitpersonen waren vergriffen. Dann können Behinderte nur noch um die Hälfte reduzierte Karten erwerben, die nicht behinderten Jugendlichen zahlen voll - das können sich weder die Jugendlichen noch der B&N-Treff des Haarer Jugendkulturhaus Route 66 leisten. "Unsere Behinderten sind alle riesige FC-Bayern-Fans und deshalb versuchen wir zumindest einmal im Jahr an die billigen Karten zu kommen. Aber das habe ich bisher nur ein einziges Mal geschafft und zwar an dem Spiel nach dem 11. September 2001", sagt Hannes Leitner, Leiter der integrativen Gruppe. "Wir wollen doch nicht zu einem Top-Spiel oder gar zu einem Derby, das ohnehin ausverkauft ist. Es ist unseren Kids echt egal, Hauptsache, die Bayern spielen."

Antwortschreiben von Sepp Maier

So hat Hannes Leitner alle Register gezogen: Briefe losgeschickt an die Bayern-Führungsetage, in denen er die Situation des B&N-Treffs schilderte und nachfragte, warum der FC Bayern nicht im europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung das Thema ermäßigte Karten neu überdenke. Tatsächlich kam ein handgeschriebener Antwortbrief: Er sei leider der falsche Ansprechpartner und man solle sich doch an die Beschwerdestelle des FCB wenden - unterschrieben: Sepp Maier. Die Jugendlichen waren völlig aus dem Häuschen - obwohl ihnen damit auch nicht weiter geholfen war. Doch auch in den anderen Etagen scheint der Brief gelesen worden zu sein: Wieder zwei Wochen später lagen sie auf dem Schreibtisch: 18 Freikarten für das Bundesligaspiel gegen Köln. Im B&N-Treff hoffen alle, dass die Situation im neuen Fröttmaninger Stadion für die Behinderten besser gelöst wird und alle Plätze behindertentauglich sind. Damit sie ihre Bayern oft anfeuern können.

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