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Die Gäste haben viele Anregungen: (v.l.) Wilfrid Grothe, Annette Hülsmann, Joachim Krause, Markus Lienkamp, Wolfgang Ochs, Carlos Härtel, Christian Rotter, Annette Gannsmüller-Maluche, Dietmar Gruchmann und Piano Dieter am Klavier.

Gäste der Freinacht geben der SPD viele Hausaufgaben auf

Garching - Die Freinacht ist seit Jahren wichtig für die Garchinger SPD. Sie lädt an diesem Tag verschiedene Gäste ein, um in freier Rede über Garching zu sprechen.

Die Partei verspricht sich davon Kritik und neu neu aufgezeigte Potenziale für ein besseres Garching. Auch diesmal bekam die SPD einige Hausaufgaben für die kommunalpolitische Arbeit. Der Abend begann mit dem Theaterwissenschaftler Wilfried Grote, der um finanzielle Unterstützung warb für Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen. Vor allem aber brauche es einen Raum, in dem sich junge Menschen künstlerisch entfalten könnten. Genau da hakte später Markus Lienkamp ein, der bei der TU München den Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik leitet: „Ich höre in Garching immer wieder von Problemen mit Räumen. Wir haben an der TU München viele große Räume, die abends und am Wochenende verwaist sind. Fragen Sie uns doch einfach einmal.“

Als Garchinger Bürger wünschte sich Lienkamp einen sauberen See – „da zieht es meine Familie eher nach Eching“ – U-Bahnen auch in der Nacht, mehr Möglichkeiten für Jugendliche, auch einmal ein bisschen zu feiern. Annette Hülsmann sprach für den Verein „Lebendige Ortsmitte“ und machte deutlich, „dass man es schon schwer hat, wenn man nach Garching kommt“. Die Stadtbrauche ein lebendes Zentrum mit Veranstaltungen und Treffpunkten, was Zugezogenen die Integration leichter mache. Nach einer Bestandsanalyse kritisierte sie die hohen Mieten der Hausbesitzer und das Miteinander: „Bars und Kneipen für Studenten haben sich nicht lange gehalten wegen Beschwerden der Anwohner.“

Carlos Härtel, der Leiter des europäischen Forschungszentrums von General Electric, kennt Garching als berufliche Heimat. Seine Gäste und Mitarbeiter schätzen die Stadt als sicher und sauber. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt, aber vor allem mit dem Freistaat Bayern: „2002 haben wir per Handschlag eine Vereinbarung getroffen, die auch 2015 noch gilt. In Deutschland gibt es kein anderes Bundesland, wo das so ist.“ Wolfgang Ochs vom Arbeitskreis Agenda 21 bat darum, das zuletzt kaum noch diskutierte Biomasse-Heizkraftwerk in Hochbrück neu zu prüfen. Nur so könne Garching den Umstieg auf erneuerbare Energien komplett schaffen. Er warb auch für ein energietechnisches Leuchtturmprojekt: „Die neue Schule in der Kommunikationszone könnte ein Plusenergiehaus werden.“

Neu war heuer, dass sich nach den geladenen Rednern das Publikum melden konnte. Gerhard Fischer ärgerte sich über die Radfahrer: „Die Hälfte der Garchinger Radlfahrer hat kein Licht, sie fahren nachts wie die Wilden. Das Alter reicht von 18 bis 80. Zweimal wäre ich fast schon zusammengefahren worden und man sagte mir lapidar: Pass halt besser auf. Es wäre schön, wenn die Polizei da mal kontrollieren würde.“ Das gleiche Thema hatte Garchings Fahrradbeauftragter Rudi Naisar auf der Liste. Er wünscht sich „ein Umdenken in den Köpfen“ beim Umgang zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern, die alle nur über die anderen schimpften. Student Brian Jarosch forderte nächtliche U-Bahnen für Münchner Partygänger: „Derzeit ist entweder um Mitternacht die Messe gelesen, oder ich komme um 6 Uhr nach Hause.“ nb

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