Erfolgreiche Absolventen: (erste Reihe, v.l.) Peter Nawroth, Andreas Stenz, Magdalena Bichlmayr, Katharina Treis, Sara Stürzer, Lemlem Ramona Felice und Friedrich Nebel, sowie (zweite Reihe v.l.) Alois Erl, Michael Noder, Anton Stürzer, Michael Riesenberger, Johannes Heimrath, Nikolaus Kraus und (dritte Reihe, v.l.) Johann Westermeier, Christoph Göbel, Wilhelm Berthold, Jakob Wasensteiner, Christian Walther, Robert Gassner. fkn

Freisprechfeier für Landwirte und Hauswirtschafterinnen: Mehr Wissen, bessere Chancen

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - „Das ist der schönsten Beruf, den es gibt", sagte Kreisbäuerin Maria Knoller und war mit dieser Ansicht nicht allein auf der Freisprechfeier für junge Landwirte und Hauswirtschafterinnen im Saal des „Alten Wirt" in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.

Mehr als 100 Gäste, darunter Freunde und Verwandte der Absolventen, aber auch Politiker aus der Region, waren gekommen, um das Ausbildungsende von insgesamt 25 Nachwuchs-Landwirten und zwölf jungen Hauswirtschaftinnen zu feiern. Der Notendurchschnitt lag bei 3,21, was Anton Stürzer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes für den Landkreis München, als „nicht so berauschend“ bezeichnete. Er gab den Azubis deshalb mit auf den Weg: „Schraubt eurer Wissen weiter hoch“.

Bei den Landwirten gliederte sich die Prüfung in einen schriftlichen und zwei praktische Teile. Die Prüfungsteilnehmer mussten in den Bereichen Pflanzen- und Tierproduktion ihre Kenntnisse präsentieren. Bei den Hauswirtschaftlern, die während der Ausbildung in Betrieben wie Jugend- und Altersheimen oder Tagungshäusern eingesetzt waren, gab es ebenfalls einen praktischen und eine theoretischen Teil, den es zu bestehen galt.

Den besten Schnitt bei den Landwirten hat Katharina Treis. Als sie am Rednerpult von ihrer dreijährigen Ausbildungszeit erzählte, verstummten die Tischgespräche. Alle hörten gebannt zu. Katharina Treis ist nicht wie die meisten anderen Prüflinge auf einem Bauernhof aufgewachsen. Doch Landwirtschaft interessierte sie von Kindesbeinen an. Nach der Schule begann sie die Ausbildung, in deren Rahmen sie auf verschiedenen Höfen arbeiten musste. Als Frau hat sie es in der Landwirtschaft nicht leicht. Viele Betriebe hätten ihre Mitarbeit abgelehnt, erzählte sie. Der Grund: „Die meisten Betriebsleiter haben gesagt, ein Mädchen kann so etwas nicht.“ Katharina Treis hat die Ausbildung trotz aller Hindernisse durchgezogen und wird mit einem Schnitt von 2,0 sogar Jahrgangsbeste. „Es war eine sehr harte Zeit für mich. Aber ich würde es immer wieder machen. Es gibt keinen schöneren Beruf“, sagte sie, die in diesem Jahr eine von vier Prüfungsteilnehmerinnen in der Landwirtschaft war.

Die Hauswirtschaft dagegen wird nach wie vor vom weiblichen Geschlecht dominiert. Alle zwölf Azubis sind Frauen. Martin Esterl, stellvertretender Landrat im Landkreis Ebersberg, wünscht sich deshalb für die kommenden Jahre „auch einmal einen Hauswirtschafter“.

Sein Kollege aus dem Landkreis München, Landrat Chistoph Göbel, freute sich, dass sich weiterhin junge Leute für diese Berufe entscheiden. Und das obwohl die Anforderungen gestiegen seien. Der Fortbestand der Landwirtschaft sei gerade im Münchner Umland von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Immer mehr freie Flächen würden bebaut. Daher sei es wichtig, dass „die Stimme der Landwirtschaft“ in der Politik gehört werde. Die Absolventen forderte er auf, sich einzubringen und mit der Gesellschaft in Dialog zu treten.

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